Sommeranfang: Wetter wie aus dem Bilderbuch

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München - Ja mei. Es regnet, es stürmt, es blitzt, es donnert. Vielen verhagelt es nicht nur ihre Gärten, sondern auch ihre Freizeitplanung. Doch der Sommer ist auf dem richtigen Weg. Sagt zumindest der Deutsche Wetterdienst.

Regen, Kälte und Gewitter? Passt das denn eigentlich zusammen? Gemeinhin möchte man glauben, es bräuchte Wärme, wenn nicht gar Hitze, damit sich ein Gewitter bildet.

Marco Manitta, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst, winkt ab. „Labilität“, sagt er, „ist entscheidend für ein Gewitter.“ Labilität bezeichnet, einfach gesagt, den Unterschied zwischen der Temperatur am Boden und der in der Luft.

Und am Wochenende war dieser besonders groß. „In fünf Kilometern Höhe haben wir eine Temperatur von minus 23 Grad Celsius gemessen. Am Boden hatte es im Schnitt nur 15 Grad“, berichtet Manitta. Deswegen sei es am Wochenende in Bayern zu zahlreichen Kaltluftgewittern gekommen. Und diese fallen in der Regel um einiges kräftiger aus als Wärmegewitter. Zwar könne man nicht pauschal sagen, ob sich in einem Kaltluftgewitter mehr oder weniger Blitze aufbauen, als bei anderen Gewitterarten. Das hänge vom Eisengehalt in den Wolken ab. Bei diesen Unwettern könne es laut Manitta aber immer wieder verstärkt zu orkanartigen Böen kommen, wie ein Bauer in Gerolsbach (Kreis Pfaffenhofen a.d. Ilm) bestätigen kann. Dessen Scheunendach mitsamt Solaranlage flog 50 Meter weit durch die Luft. Und nicht nur der Bauer hatte Schwierigkeiten mit der Witterung. Auch auf Autobahnen und im Zugverkehr kam es durch die Unwetter am Wochenende zu vielen Problemen.

Dabei ist mit dem Wetter alles in bester Ordnung, wie Marco Manitta sagt. „In den letzten Tagen hatten wir eine klassische Sommerlage, wie sie im Buche steht.“ Tiefdruck, Hochdruck, rauf und runter, hin und her muss es gehen, damit der Sommer auch ein Sommer ist. Nur: Viele Menschen wüssten gar nicht mehr, wie ein richtiger Sommer aussieht. „Es ist schon Jahre her, dass wir einen klassischen Sommer in Bayern hatten.“ Dafür werden wir aber in den nächsten Tagen verstärkt in den Genuss eines „Klassikers“ kommen.

Pünktlich zum heutigen Beginn des kalendarischen Sommers sagt der Dienst wechselhaftes Wetter mit viel Regen voraus. Für das kommende Wochenende kündigen sich bereits erneut Kaltluftgewitter an.

Ein Gutes haben die Unwetter allerdings. Zumindest, wenn man einen Blick in die Internet-Foren sogenannter „Gewitterjäger“ wirft. Dort schreiben die Benutzer, dass es sicherlich keine fotogeneren Gewitter gebe, als Kaltfrontgewitter. Na dann, Waidmanns Heil.

Patrick Wehner

Rubriklistenbild: © dpa

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