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Eine muntere Runde: Kardinal Marx (2.v.r.) mit Professor Tremmel, Christian Ude und Kultusminister Spaenle (v.l.).

Sommerempfang der katholischen Akademie

"Das war eine Bombe, gell?"

München – Beim Sommerempfang der katholischen Akademie sorgte Kardinal Marx mit einer Anekdote über Benedikt XVI. für einen Lacher. Ein weiteres Thema: Der Wahlkampf in Bayern.

Eine katholische Veranstaltung im Erzbistum München und Freising, bei der die Päpste keine Rolle spielen – die gibt es nicht. Und so schwebten Benedikt XVI. und Franziskus auch über dem Jahresempfang der Erzdiözese im lauschigen Park des Schlösschens Suresnes in München-Schwabing.

Kardinal Reinhard Marx bescheinigte am Mittwochabend in der Katholischen Akademie dem emeritierten Papst Benedikt eine große Portion Humor. Der Münchner Erzbischof plauderte vor rund 600 Gästen aus Kirche, Gesellschaft und Politik über sein Gespräch mit Benedikt XVI. bei dessen Verabschiedung durch die Kardinäle. Damals habe der aus Bayern stammende Papst über den Rücktritt zu ihm gesagt: „Das war eine Bombe, gell?“ Gelächter bei den Gästen.

Marx: "Streitet Euch. Ich freue mich auf den Wahlkampf"

Über den neuen Schwung für die Kirche, der von Papst Franziskus ausgeht, freute sich Marx. Der neue Papst ziehe weltweite Aufmerksamkeit auf sich, sagte er und verwies auf die vielbeachtete Reise nach Lampedusa – Franziskus’ Besuch bei den Flüchtlingen. Lampedusa markiere die europäische Außengrenze. Niemand könne sagen, das gehe uns nichts an. „Sobald jemand bei uns ist, egal aus welchem Grund, muss er menschenwürdig aufgenommen werden.“ Erst dann kämen die rechtlichen Fragen. In diesem Zusammenhang dankte Marx der bayerischen Staatsregierung für deren Einlenken bei der bayerischen Asylpolitik. Zum Schluss seiner Ansprache rief Marx die Parteien in Bayern zu einem fairen Wahlkampf auf. „Streitet Euch. Ich freue mich auf den Wahlkampf und bin ein leidenschaftlicher Demokrat. Aber bleibt menschlich miteinander.“

Ude: "Ein Ort der Toleranz, dass es eine Freude ist"

Auch der Diözesanratsvorsitzende Professor Hans Tremmel forderte Solidarität mit Menschen, die aufgrund ihrer Religion, ihrer Herkunft oder Kultur ausgegrenzt werden. Er erinnerte daran, dass es in seinem Elternhaus ein Fremdenzimmer gegeben habe. „Später wurde daraus ein Gästezimmer für Verwandte, Bekannte und Freunde. Ich finde, es ist an der Zeit, dass wir auch in der bayerischen und europäischen Asylpolitik endlich Gästezimmer aus den Fremdenzimmern machen. Und die Menschen entsprechend behandeln.“ Zudem warnte Tremmel vor einer „legalistisch enggeführten normativen Ethik“. Man solle sich davor hüten, „allzu grelle Scheinwerfer in die Schlafzimmer zu halten“. Natürlich sei nicht alles erlaubt im menschlichen Miteinander, aber auch nicht alles verboten. Laut Tremmel müsse sich Kirche viel mehr um die Gefahren der Medizinforschung kümmern.

Der Abend klang aus mit munteren Gesprächen im sommerlichen Park. Ein reizvoller Park, in den Christian Ude als Schwabinger Bub durchs Gitter gelinst hat. Als Oberbürgermeister bzw. Vertreter der Stadt war er nun zum 20. Mal in der Akademie. Er schwärmte: „Ein Ort der Toleranz, dass es eine Freude ist.“ Die Freude war unter den Gästen spürbar.

Claudia Möllers

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