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Brille ist Pflicht: Gerade Kinder sollten ihre Augen während der Sonnenfinsternis gut schützen.

Gefahr für die Augen

Schüler dürfen Sonnenfinsternis nicht schauen

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München - Manchen Schulen macht die Gefahr für die Augen Sorgen. Denn die Sonnenfinsternis fällt genau in die Unterrichtszeit. Ohne Schutzbrille kommt keiner raus.

Update vom 19. März: Eine Sonnenfinsternis wie am Freitag wird es erst 2026 wieder zu sehen geben. Klar, dass die meisten sich dieses seltene Himmelsspektakel nicht entgehen lassen wollen. Doch was tun, wenn man arbeiten muss oder keine Spezial-Brille hat? Bei uns können Sie die Sonnenfinsternis bequem im Live-Stream ansehen. Wir schicken unsere Video-Journalisten auf einen Berg in der Region, die das Ereignis von dort in Echtzeit übertragen. Zusätzlich finden Sie unter dem Link (s.o.) auch unseren Live-Ticker, in dem wir Sie bereits ab Donnerstag über alle aktuellen News und wichtigen Infos auf dem Laufenden halten. 

Im Gymnasium Gröbenzell (Kreis Fürstenfeldbruck) kennen sie bei dieser Frage keinen Kompromiss. „Wir kontrollieren an all unseren Ausgängen“, sagt Schulleiter Hermann Baumgartner. Sollte ein Schüler morgen früh ohne Spezialbrille auftauchen, muss er im Gebäude bleiben. Heißt: Für ihn fällt die Sofi flach.

Das klingt hart, ist aber vernünftig. Experten raten dazu, unbedingt eine der speziellen Sofi-Brillen zu tragen, anderenfalls drohen Verbrennungen der Netzhaut, die bis zur Erblindung führen können. „Kinder sind besonders gefährdet“, sagt Georg Eckert, Sprecher des Berufsverbands der Augenärzte Deutschlands (BVA). Im Grunde, sagt er, sollten sie die Sofi gar nicht erst anschauen.

Im Gröbenzeller Gymnasium möchte man sich, wie an vielen anderen Schulen auch, diese Gelegenheit aber nicht entgehen lassen. Die partielle Finsternis ist in dieser Woche großes Unterrichtsthema. Wie entsteht sie, was genau passiert eigentlich da am Himmel? Die Praxis zur Theorie können sich die Jugendlichen auf dem Schulhof anschauen. Passenderweise fällt der Höhepunkt der Sofi um 10.39 Uhr genau in eine Pause. Um auf Nummer sicher zu gehen, hat die Schule alle Eltern gebeten, Brillen für ihre Kinder zu besorgen.

Andere Schulen haben frühzeitig eine Brillen-Großbestellung aufgegeben. Der Förderverein der Grundschule am Lehrer-Götz-Weg in München-Trudering etwa hat vergangene Woche 300 Brillen bestellt. Eigeninitiative ist unbedingt gefragt, denn eine Linie des Kultusministeriums gibt es nicht. Auf Sicherheitsaspekte habe man „nicht eigens hingewiesen“, sagte ein Sprecher unserer Zeitung. Auch im Sozialministerium, das für Kindergärten und Kitas verantwortlich ist, vertraut man den Erzieherinnen. „Das sind ja alles Fachkräfte, die wissen, wie zu verfahren ist“, sagte ein Sprecher. „Aber natürlich haben die Erzieherinnen eine Aufsichtspflicht.“

Gerade das bereitet einigen Einrichtungen Sorgen. Einen wilden Kinderhaufen beisammen zu halten, ist ohnehin schwer. Hinzu kommt, dass die Spezialbrillen mittlerweile vielerorts ausverkauft sind. Sogar Online-Händler haben Engpässe. „Das größte Problem ist, dass einige Schüler keine Schutzbrillen haben“, sagt etwa Gerhard Maintok, Leiter der Grundschule-Nord in Dorfen (Kreis Erding). Einen Blick auf alle Kinder zu haben – schwierig.

Einige Einrichtungen haben deshalb beschlossen, die Kleinen zwischen 9.30 und 11.45 Uhr erst gar nicht ins Freie zu lassen. Der Kindergarten „Haus für Kinder“ in Dietramszell (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen) ist so ein Fall. „Zu gefährlich“, sagt die Leiterin Brigitte Knittel-Stadler. Sicher ist sicher.

Nebenan in Geretsried lösen sie das Problem auf die elegante Art. Die Schüler der Karl-Lederer-Grundschule werden sich die Sofi nicht live anschauen, sind aber trotzdem dabei. Das Spektakel wird auf eine Großbildleinwand in die Schulaula projiziert. „Wir schauen uns das also indirekt an“, sagt Konrektorin Heidi Dodenhöft. „Das ist sicherer.“

Marcus Mäckler mit dor/sv

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