Spaenle kritisiert massiv CDU-Beschluss zur Hauptschule

München - Mit Händen und Füßen sträubt sich Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) gegen die Abkehr von der Hauptschule. Doch genau das hat die CDU am Dienstag beschlossen.

Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hat die Abkehr der CDU von der Hauptschule scharf kritisiert. “Ich halte diesen Schritt in der Bildungspolitik für die Aufgabe von Grundgut der Union“, sagte Spaenle am Mittwoch.

Die Entscheidung der Schwesterpartei sei ein “kapitaler strategischer Fehler“. “Man schneidet Kindern Bildungschancen ab, wenn man profilierte Bildungsangebote aus dem System nimmt“, betonte der CSU-Politiker. Der CDU-Parteitag hatte am Dienstag nach monatelangem Ringen eine Abkehr vom dreigliedrigen Schulsystem beschlossen. Die CDU empfiehlt den Ländern nun neben dem Gymnasium eine “Oberschule“, unter deren Dach Haupt- und Realschulen vereint werden sollen. Der Abschluss der Hauptschule soll aber erhalten bleiben.

Spaenle kündigte an, der Freistaat werde “die Philosophie und das Herzstück der bayerischen Bildungspolitik auf keinen Fall aufgeben“, nämlich dass jede Schulart den Kindern ein unverwechselbares pädagogisches Angebot machen müsse. “Wir definieren bewusst unterschiedliche schulische Angebote, die Alleinstellungsmerkmale haben müssen, die individuelle unverwechselbare Profile anbieten.“ Spaenle sagte: “Wir stellen uns den Realitäten, aber passen uns ihnen nicht an.“ Man wolle dem demografischen Wandel nicht begegnen, indem man Schulinhalte und -angebote aus dem System nehme. Ziel sei eine stärkere Zusammenarbeit in Schulverbünden oder auch zwischen Schularten, aber nicht ein Zusammenlegen von Schularten.

dpa

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