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Kultusminister Ludwig Spaenle (l., hier mit Horst Seehofer) plädiert für einen erleichterten Übertritt auf das Gymnasium.

Spaenle: Leichterer Übertritt auf das Gymnasium

München – Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) will den Übertritt auf das Gymnasium erleichtern. Dazu wird die Beratung der Eltern ausgebaut, der Notenschnitt im Probeunterricht abgesenkt und die Förderung von Fünftklässlern aller Schularten ausgebaut, kündigte Spaenle im Landtag an.

Der Staat müsse künftig „pädagogischer Schulweghelfer“ sein. „Die Familie darf sich nicht allein gelassen fühlen.“ Spaenle gab zu, dass das heutige Verfahren zu sehr auf Notendruck basiere.

Schon in diesem Mai wird es als ersten Schritt ein Übertrittszeugnis für alle Viertklässler geben. Bislang gab es das Zeugnis nur auf Antrag. Schon allein durch die Maßnahme wird mit einem spürbaren Anstieg der Anmeldungen vor allem an den Realschulen gerechnet.

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Geplant ist ferner, den Notenschnitt im Probeunterricht zu senken. Statt einer 3 und einer 4 in den Fächern Deutsch und Mathematik als Mindestvoraussetzung könnten hier künftig zwei Vierer ausreichend sein, wenn die Eltern dies wollten. Der Elternwille werde an dieser Stelle entscheidend gestärkt, machte Spaenle deutlich. Der Probeunterricht wird jährlich von einigen tausend Viertklässlern besucht, von denen mehr als bisher aufs Gymnasium überwechseln sollen.

Der Kultusminister versprach im Landtag zudem zusätzliche Förderstunden in den 5. Klassen aller Schularten – und zwar nach dem Vorbild der Intensivierungsstunden am Gymnasium. „Das wird uns Lehrerstellen kosten“, sagte er.

Die Grünen kritisierten Spaenles Ankündigungen als zu kurz gegriffen und forderten eine sechsjährige Grundschule. Der Übertritt sei „die größte Schwachstelle im Bildungssystem“.

von Dirk Walter

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