Spaenle:  Neues Übertrittsverfahren überzeugt

München - Kultusminister Spaenle sieht nach einer Befragung sein neues Übertrittsverfahren bestätigt. Lehrer und Eltern äußerten sich in der Umfrage jedoch sehr skeptisch. "Grotesk" sagt der BLLV.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) sieht sein neues Übertrittsverfahren für Grundschüler durch eine Befragung von Schulen und Elternvertretern bestätigt. Spaenle räumte am Freitag aber ein, dass viele Eltern die Belastung ihrer Kinder weiter als hoch empfinden. Drei Viertel der befragten Lehrer und Schulleiter sähen aber die Einführung einer Zwischeninformation - statt eines Zwischenzeugnisses in der vierten Klasse - als Arbeitserleichterung. Die Hälfte der befragten Eltern sei der Meinung, dass die Ankündigung von Probearbeiten den Leistungsdruck bei den Kindern verringert. Ein Großteil der Lehrer und Schulleitungen sieht indes keine Abnahme des Leistungsdrucks.

Viele Lehrer halten jedoch wenig davon, dass das Kultusministerium den Eltern mehr Mitsprache bei der Auswahl der weiterführenden Schule gibt. Nur 37 Prozent der befragten Lehrer stehen dem laut Umfrage positiv gegenüber. Und auch nur knapp die Hälfte der Elternvertreter begrüßten das gestärkte Entscheidungsrecht der Eltern. Nach Spaenle könnte das auch daran liegen, dass die Regelung neu ist und noch nicht alle Eltern darüber informiert sind.

BLLV und SPD: Befragung ist grotesk und geschönt

Während der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLVV) und die SPD-Landtagsfraktion die Befragung “als grotesk“, “geschönt“ und “nicht-repräsentativ“ kritisierten, gab es Unterstützung vom Bayerischen Philologenverband (bpv). Dessen Vorsitzender Max Schmidt wertete die vergleichsweise geringe Zustimmung von Lehrern und Eltern zum gestärkten Elternwillen als “Zeichen der Vernunft“. Für die Befragung des Kultusministeriums wurden stichprobenartig 700 von 2500 Grundschulen in Bayern angesprochen. Der Einladung sind 521 Grundschulen gefolgt. Vom 11. bis zum 20. Mai beantworteten laut Ministerium 511 Schulleiter, 1630 Lehrerinnen und Lehrer der Klassen 3 und 4 sowie 318 Elternbeiratsvorsitzende die Fragen.

lby

Rubriklistenbild: © dpa

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