Spaenle und Ude streiten weiter

München - Der Zoff zwischen Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) und Christian Ude (SPD) über die Zukunft des Gymnasiums geht weiter. Von "Dilletantismus" und einer "rasanten  Kehrtwende" ist die Rede.

Spaenle warf Ude am Mittwoch erneut Dilettantismus und handwerklichen Murks vor, weil dieser gefordert hatte, neben dem achtjährigen Gymnasium G8 auch wieder G9-Klassen anzubieten. „Das ist der völlig falsche Weg“, sagte Spaenle der Nachrichtenagentur dpa in München. „Was Ude vorschlägt, ist völlig rückwärtsgewandt. Und am System Veränderungen vorzunehmen, wäre bildungspolitisch und pädagogisch verheerend.“

Spaenle bekräftigte, dass er an der Struktur des Gymnasiums nichts ändern will. „Am Gymnasium wird nicht herumgeschraubt“, betonte er. Der Minister erklärte aber erneut, dass einzelne schwächere Schüler stärker als bereits bisher die Möglichkeit bekommen sollen, ein freiwilliges zusätzliches Jahr einzulegen. „Wir geben dem einzelnen jungen Menschen die Zeit, die er braucht“, sagte der CSU-Politiker. „Aber ich baue dafür nicht die Schule komplett um“, betonte er.

Darüber hinaus will Spaenle auch an Gymnasien flächendeckend Ganztagsangebote ausbauen. Damit solle den Schülern, die dies brauchen oder wünschen, mehr Zeit zum Lernen gegeben werden.

Ude hielt Spaenle vor, eine „rasante Kehrtwende“ vollzogen zu haben. Zudem verwies der SPD-Politiker auf seiner Facebook-Seite auf eine Umfrage der Bayerischen Staatszeitung. Darin habe die Mehrheit für die Wiedereinführung von G9- neben den G8-Klassen plädiert.

dpa

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