Als Spanner in der Mädchendusche?

Pfaffenhofen - Als im August die Kripo bei Roland S. (49) auftauchte und ihn im Kreis Pfaffenhofen wegen Kindsmissbrauchs verhaftete, hatten es die Ermittler bereits befürchtet: Es könnte mehr Opfer geben.

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Wieviele Kinder hat er noch missbraucht?

Nun scheint dies Gewissheit: Der Grundschullehrer (Typ Knuddelbär) soll bereits vor sieben Jahren aktiv gewesen sein – in seiner eigenen Schule in Ingolstadt. Dort gab es laut Donaukurier sogar eine Beschwerde einer Aushilfslehrerin, doch der jungen Frau wollte niemand glauben. Im Sommer wurden dem Lehrer und ehemaliger Sportvereins-Funktionär Übergriffe auf fünf Mädchen im Alter zwischen acht und elf Jahren zur Last gelegt. Er soll sich während eines Zeltlagers an ihnen vergangen haben, mittlerweile gibt es sieben weitere Fälle.

Doch ein Skandal ist, dass diese Opfer alle vor ihrem Martyrium hätten bewahrt werden können: Nach Informationen des Donaukuriers hatte bereits im Jahr 2002 eine Aushilfslehrerin den Rektor auf seltsames Gebaren des Mannes hingewiesen. Er soll sich laut Kinderaussagen immer wieder in den Mädchenduschen herumgetrieben haben. So seien 2002 mehrere Mädchen auf sie zugegangen und hätten geklagt, „dass es schon komisch ist mit dem Herrn S.“ Sinngemäß: Er komme ständig in die Duschen, wenn sie dort seien. Und verlange außerdem, dass sie sich zum Waschen nackt ausziehen sollten. Immer wieder finde der Lehrer einen Grund für seine Anwesenheit und stehe plötzlich im Raum. Zuhause wollten die Kinder zunächst nicht über die Vorfälle reden.

Die Lehrerin, die nicht wusste, ob es um einen Hygienewahn ihres Kollegen oder ums Spannen ging, beriet sich mit der Klassenleiterin der Mädchen. Später ging sie selbst zum Rektor und teilte ihm die Vorwürfe mit. Dieser habe dann Roland S. befragt. Doch der stritt natürlich jegliche sexuelle Motivation ab, schimpfte stattdessen über Rufmord schimpfte und tobte. So schaffte es der 49-Jährige nun seinerseits den Rektor gegen die Aushilfslehrerin aufzubringen. Roland S, wollte außerdem die „Verräter“ in der Klasse mit den üblichen Zuckerbrot- und Peitschespielchen herausfinden: Es gelang ihm aber nicht.

Letztlich schlief Angelegenheit ein, das Schulamt wurde wegen des Verdachts jedenfalls nie informiert. „Wenn das gemeldet worden wäre, müsste ich das wissen“, so Schulrat Anton Mang zum Donaukurier. Dabei war die Lehrerin nicht die einzige, die die Vorgänge in der Dusche für seltsam hielt. Der Elternbeirat wollte damals, dass der Rektor etwas unternehmen solle, der wiederum nahm das Thema aus dem Protokoll. Nach der Verhaftung glaubte ein Polizeisprecher, „dass der Beschuldigte möglicherweise eine tickende Zeitbombe war, die nur auf eine passende Gelegenheit gewartet hatte.“ Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand wissen, das die Bombe längst hoch gegangen war.

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