SPD fordert: Ganztagsgymnasien überall in Bayern

München - Die SPD will alle bayerischen Gymnasien in Ganztagsschulen umwandeln - und die Schüler entscheiden lassen, in welchem Jahrgang sie wie viel lernen. Der Kultusminister sagt nein.

Die Landtags-SPD fordert die flächendeckende Einführung von Ganztagsunterricht an Bayerns mehr als 400 Gymnasien. “Das Ziel ist das Ganztagsgymnasium im Vollausbau“, sagte die Bildungspolitikerin Karin Pranghofer am Freitag in München. “Wir können uns vorstellen, dass man das in Stufen in acht Jahren erreichen kann.“ Da die Schüler inzwischen am G8 in acht Jahren fast genauso viel Stoff bewältigen müssten wie früher in neun Jahren, würde die Umstellung auf Ganztagsunterricht die Schüler nach Pranghofers Einschätzung entlasten. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) erwiderte, die Forderungen zum Ganztagsgymnasium seien “längst in der Umsetzung“.

Nach den Bevölkerungsprognosen wird die Schülerzahl in Bayern in den nächsten Jahren weiter stark zurückgehen. Das könnte nach SPD-Einschätzung an den Gymnasien die Umstellung auf Ganztagsbetrieb erleichtern. “Auf neun Jahre sind es über 3000 Lehrerstellen, die durch den Schülerrückgang frei werden.“

Außerdem plädiert die SPD für eine Neuerung im Schulwesen: Die Gymnasiasten sollen sich - ähnlich wie Studenten an der Universität - zumindest teilweise selbst aussuchen können, wie viel Unterricht sie in einem Jahr besuchen. Die Schüler sollen mehr “selbstgesteuert“ lernen als bisher. Die vorgeschriebene Gesamtstundenzahl pro Woche von der fünften bis zur zwölften Klasse will die SPD aber nicht reduzieren.

Kultusminister Spaenle dagegen will nichts davon wissen, dass die Schüler sich ihre Stundenzahl selbst aussuchen können: “Die Vorschläge der bayerischen SPD zeugen von blanker Unkenntnis: Eine flexible Oberstufe ist nicht mit den Vorgaben der KMK vereinbar“, erklärte Spaenle. “Mit einem solchen Vorschlag wird das bayerische Abitur bundesweit ins Abseits gestellt.“

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hat von der fünften bis zur zwölften Klasse eine Gesamtzahl von 265 Wochenstunden vorgeschrieben, was pro Jahrgang einen Schnitt von 33,1 Stunden bedeutet.

dpa

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