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Bayerns Gymnasien sind nach Ansicht der Landtags-SPD nicht auf steigende Schülerzahlen vorbereitet.

SPD : Gymnasien können Schüleransturm nicht bewältigen

München - Bayerns Gymnasien sind nach Ansicht der Landtags-SPD nicht auf steigende Schülerzahlen vorbereitet.

"Die Gymnasien sind diesem Massenansturm nicht gewachsen", sagte der SPD -Bildungspolitiker Martin Güll am Freitag in München . Es sei zwar erfreulich, dass in Bayern inzwischen rund 40 Prozent eines Jahrgangs von der Grundschule auf das Gymnasium wechselten. "Das System, so wie wir es jetzt haben, ist darauf aber nicht eingestellt." Das Gymnasium sei inzwischen zu einer "Volksschule" geworden. Für das kommende Schuljahr sei mit Zuwachsraten von bis zu 10 Prozent zu rechnen. Rund 30 Prozent der Gymnasiasten blieben aber bei "Massenveranstaltungen" in großen Klassen auf der Strecke und erreichten das Ziel Abitur nicht, sagte Güll.

Kultusminister Ludwig Spaenle ( CSU ) wies die Kritik zurück. "Weder stehen Zuwachsraten von 10 Prozent im Raum , noch läuft das bayerische Gymnasium Gefahr, als Massenlehranstalt zu verkommen", sagte er laut Mitteilung seines Ministeriums.

Im Durchschnitt sei mit einer Erhöhung der Übertrittsquote um 2 Prozent zu rechnen. "Das ist weder Ausdruck einer veränderten Gymnasialstruktur, noch der Untergang des gegliederten Schulsystems." Güll sieht das anders. Er kritisierte, dass Eltern für ihre Kinder oft keine Alternative zum Besuch des Gymnasiums sähen. Die Hauptschule habe einen schlechten Ruf. Der Entschluss Spaenles, am dreigliedrigen Schulsystem mit Hauptschule festzuhalten, sei falsch. "Die Hauptschule in der jetzigen Form hat tatsächlich keine Zukunft. Eltern werden sie so nicht akzeptieren", sagte Güll.

Der SPD-Politiker forderte darum eine umfassende Schulreform mit einer regionalen Schulentwicklung. Jeder bayerische Landkreis solle einen Bildungsplan erarbeiten, der auf seine jeweiligen Besonderheiten zugeschnitten sei. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hatte sich bereits für ein ähnliches Modell ausgesprochen.

dpa

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