SPD: Keine Riesenlaster auf Bayerns Straßen

München - Bis zu 25 Meter lang und 44 Tonnen schwer: Wenn es nach dem Willen von Verkehrsminister Ramsauer geht, sollen schon bald Riesenlaster auf deutschen Straßen rollen.

Die SPD im Freistaat fordert die Staatsregierung aber auf, sich dagegen zu wehren. Die Landtags-SPD macht Front gegen Riesen-Lastwagen auf bayerischen Straßen. Fraktionschef Markus Rinderspacher forderte die Staatsregierung am Montag auf, sich gegen den bundesweiten Feldversuch mit sogenannten Gigalinern einzusetzen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wolle den fünfjährigen Test mit den Monster-Trucks nicht per Gesetz auf den Weg bringen, sondern per Ausnahmegenehmigung - so muss der Bundesrat nicht zustimmen. “Es ist ein Unding, dass Ramsauer den Bundesrat umkurvt.“ Schon am Wochenende hatten sich mehrere Länder gegen die geplante Zulassung von Riesen-Lkw stark gemacht. Sie wollen juristische Schritte prüfen. Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) sprach sich dagegen klar für die Lang-Lkw aus.

Rinderspacher sagte über die rund 25 Meter langen und bis zu 44 Tonnen schweren Lkw: “Die erhöhten XXL-Achslasten rufen Schäden an Autobahnen, Bundesstraßen und an Brückenbauwerken hervor.“ Die Infrastruktur sei auf den Einsatz dieser Fahrzeuge nicht ausgerichtet. Bisher gilt für Lastwagen ein Limit von 18,75 Metern Länge und 40 Tonnen Gewicht. “Die Gefahren bei Überholvorgängen und Straßenkreuzungen werden vervielfacht.“ Außerdem werde wegen der Riesen-Lastwagen künftig noch weniger mit Bahnen und Schiffen transportiert, was jeder Vernunft zuwiderlaufe.

Der Feldversuch soll noch in diesem Jahr starten. Daran sollen bis zu 400 Lang-Lkw teilnehmen. Diese können laut Zeil eine Gütermenge transportieren, für die 600 normale Lastwägen nötig sind. In der Länderkammer hätte Ramsauer für sein Vorhaben jedoch keine Mehrheit, da 9 der 16 Länder den Feldversuch ablehnen. Ramsauer erhofft sich eine Verkehrsentlastung und weniger Spritverbrauch.

Auch Zeil sagte: “Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile steht es 3:0 für die Lang-Lkw. Sie punkten sowohl ökologisch als auch bei Wirtschaftlichkeit und Verkehrssicherheit.“ Die Lang-Lkw verbrauchten pro Kubikmeter Ladung rund 18 Prozent weniger Kraftstoff. Mit sieben statt fünf Achsen hätten die Fahrzeuge zudem 28 Prozent weniger Achslast und schädigten Straßen und Brücken in geringerem Umfang als normale Lastwägen, widersprach Zeil der SPD. Im Notfall könnten Lang-Lkw sogar besser bremsen als konventionelle Fahrzeuge.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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