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Braunbär Ben: Er lebt seit seiner Befreiung auf einem Gnadenhof. 22 Jahre musste Braunbär Ben seinen Lebensunterhalt im Zirkus verdienen.

Mitarbeiter wollte Aktion verhindern

Spektakuläre Befreiung des Bären Ben hat für Zirkus juristisches Nachspiel

Ben, der letzte Zirkusbär Deutschlands, wurde von den Behörden aus dem Zirkus Alberti befreit. Ein Zirkusmitarbeiter wollte diese Aktion verhindern. Das hatte nun ein juristisches Nachspiel.

Plattling - Er lebt nun auf einem Gnadenhof in Bad Füssing, doch die Umstände der spektakulären Befreiungsaktion des Zirkusbären Ben in Plattling hatten gestern vor dem Amtsgericht Deggendorf ein Nachspiel – für den Zirkus ging es dabei auch um die Existenz.

Tumultartige Szenen wegen Zirkusbär Ben

Im März 2016 hatten Veterinärbehörden nach Anzeigen von Tierschützern den Bären samt seinem Käfigwagen beschlagnahmt und den Anhänger auf das Gelände der Plattlinger Feuerwehr geschleppt. Roberto F. (36), Juniorchef des Zirkus, fuhr aber mit einem Laster dorthin, hängte den Zirkuswagen an und wollte flüchten. Und zwar über eine Wiese und durch einen Zaun. Zuvor hatte er noch Veterinäre und Mitarbeiter des Landratsamtes mit Sätzen wie „Ich schlag’ euch tot“ bedroht, dabei auch Tierschützer zu Boden gestoßen, mit den Füßen getreten. 

Anzeige gegen Juniorchef des Zirkus

Das waren für die Staatsanwaltschaft u.a. Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung, Widerstand, Straßenverkehrsgefährdung. Deshalb erhielt Roberto F. einen Strafbefehl über zehn Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung plus drei Monate Fahrverbot sowie eine Geldauflage von 1000 Euro. Dagegen legte sein Verteidiger Einspruch ein. Die 1000 Euro könne sein Mandant aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Zirkus nicht bezahlen. Und ein Fahrverbot würde den Zirkus in seiner Existenz gefährden. 

Nachdem Polizeibeamte den Vorfall geschildert hatten, riet die Richterin dem Anwalt, den Einspruch zurückzunehmen. Ein Urteil könnte schwerwiegendere Folgen haben. Nach Telefonaten – der Angeklagte hielt sich mit dem Zirkus außerhalb von Bayern auf – nahm der Verteidiger den Einspruch zurück. Im Gegenzug verzichtete das Gericht im Hinblick auf die finanzielle Situation des Angeklagten auf Geldauflage und das Fahrverbot.

Ben, der so traumatisiert war, dass er auch auf dem Gnadenhof in Bad Füssing den Käfig nicht verlassen wollte, hat inzwischen seine Scheu verloren. Und eine Bärenfreundin gewonnen. 

R. Piffer

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