Spektakuläre Rettung: Familie steckt im Tiefschnee fest

Eschach - Ein Rodelausflug im Oberallgäu wäre einer Familie beinahe zum Verhängnis geworden. Im Tiefschnee blieben ein Vater und seine beiden Kindern stecken, sie verloren die Orientierung. Das Handy funktionierte auch nicht mehr.

Der Akku seines Handys ist genau dann leer, als der 43-jährige Familienvater es am meisten braucht. Seit Stunden steht er mit seinen beiden Kindern irgendwo in den Bergen bei Eschach im Oberallgäu bis zur Hüfte im Schnee. Es ist kalt, dunkel, seine Tochter (10) und sein Sohn (8) frieren.

Die drei aus dem baden-württembergischen Bruchsal waren am späten Nachmittag zum Rodeln aufgebrochen, hatten sich verlaufen und waren im Tiefschnee nicht mehr weitergekommen. Der 43-Jährige konnte gerade noch seine Frau anrufen und ihr die gefährliche Lage mitteilen. Dann ging das Handy aus. Die Frau, die an den Skiliften bereits auf die Rückkehr ihrer Familie gewartet hatte, verständigte die Rettungskräfte.

Drei Bergwachten und die Alpine Einsatzgruppe der Polizei machten sich sofort auf den Weg. Doch die Rettungsaktion gestaltete sich äußerst schwierig. Zum einen, weil eine Handy-Ortung aufgrund des leeren Handy-Akkus ausgeschlossen war. Zum anderen wegen der Witterungsverhältnisse. „Der Schnee oben am Berg war hüfthoch“, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Bergwachten versuchten zunächst, mit einem speziellen Quad in das Gebiet vorzudringen, in dem der Vater mit seinen Kindern vermutet wurden. Erfolglos. Selbst einen Rettungsversuch mit einer Schneeraupe musste die Bergwacht wegen des Tiefschnees wieder abbrechen. Ein Hubschrauber wurde angefordert.

Gegen 22 Uhr, fünf Stunden nachdem die Familie aufgebrochen war, fanden die Piloten die drei mit Hilfe einer Infrarot-Kamera. Aufgrund der Schneeverhältnisse musste die Besatzung aber erst einen geeigneten Ort für die Landung suchen. „Rund 300 Meter von der Familie entfernt konnten sie landen. Für den Fußweg zu dem Vater und seinen Kindern brauchten sie wegen des Schnees aber eine gute Viertelstunde“, berichtete die Polizei. Die Familie wurde vorsorglich in ein Krankenhaus geflogen, alle drei waren unterkühlt – sonst aber unverletzt.

Patrick Wehner

Rubriklistenbild: © dpa

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