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Hans Brockard (links), der Vorsitzende der Kuno-Stiftung, und Klinikleiter Michael Melter waren maßgeblich an der Spendenaktion zum Bau der Kinder-Universitätsklinik in Regensburg beteiligt.

Spendenfinanzierte Kinder-Uniklinik eröffnet

Regensburg - Nach dreijähriger Bauzeit ist am Montag die zu einem großen Teil durch Spenden finanzierte Kinder-Universitätsklinik in Regensburg offiziell in Betrieb gegangen.

Bisher war das Regensburger Uniklinikum das einzige in Deutschland, das kein eigenes Kinderkrankenhaus hatte. Die Errichtung der neuen Klinik hat rund 30 Millionen Euro gekostet, etwa ein Drittel davon wurde von einer Stiftung mit Geld- und Sachspenden aufgebracht. Bislang mussten aufgrund der Versorgungslücke jährlich rund 2700 schwer kranke Kinder aus der Oberpfalz und Niederbayern in anderen bayerischen Unikliniken behandelt werden.

Die Präsidentin des Bayerischen Landtags, Barbara Stamm (CSU), nannte die Sammelaktion “eine beispiellose Kampagne“. Es sei beeindruckend, bei wie vielen Initiativen vom Karate-Lehrgang bis zum Weiberfasching Geld gesammelt worden sei. “An diesem Projekt wird sichtbar, dass Privatinitiative sich lohnt und dass das Wohl einer Region nicht nur vom Wohlwollen des Staats abhängt“, sagte Stamm. Die Spendenaktion Kuno (Kinder-Uniklinik Ostbayern) wurde vor sechs Jahren gegründet, weil Bayern zwar den Bau der Kinderklinik grundsätzlich zugesagt hatte, es aber noch keinen konkreten Zeitplan für Finanzierung und Baubeginn gab.

Bis heute mehr als 8,6 Millionen Euro Geldspenden

Bis heute sind mehr als 8,6 Millionen Euro Geldspenden eingegangen. Zudem haben Unternehmen, die in der Vergangenheit das Regensburger Uniklinikum beliefert haben, Sachspenden im Wert von etwa 2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. So lieferte eine Firma einen 850 000 Euro teuren Kernspintomographen. Die Kinderklinik wurde an zwei Standorten verwirklicht. Am Uniklinikum wurde für 19 Millionen Euro ein Neubau mit 52 Betten errichtet. Zudem wurde für das restliche Geld die von den Barmherzigen Brüdern betriebene Kinderklinik im Stadtzentrum auf Hochschulniveau ausgebaut.

Das neue Unikrankenhaus wird damit als Kooperationsprojekt zwischen dem Orden und der Universität betrieben. Solche Zusammenarbeit gibt es in Regensburg auch bei anderen medizinischen Fakultäten. Das neue Krankenhaus hat verschiedene Behandlungsschwerpunkte wie die Krebstherapie und die Stammzelltransplantation. Besondere Bedeutung hat die Klinik für den gesamten süddeutschen Raum als Zentrum für Lebertransplantationen bei Kindern. Bereits in den vergangenen zwei Jahren gab es knapp 30 Lebertransplantationen, auch bei Säuglingen und Neugeborenen.

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