Energiepolitik

Spitzenkraftwerk Irsching droht Aus

München - Der schwarz-gelben Energiepolitik droht ein Debakel besonderer Art: 2010 wurde die Inbetriebnahme des Gaskraftwerks Irsching 5 als Meilenstein gefeiert. Jetzt droht offenbar die Stilllegung.

Nach nur drei Jahren Betriebszeit steht das oberbayerische Gaskraftwerk Irsching 5 laut einem Bericht des „Donaukurier“ (Dienstag) vor der Schließung - eine der weltweit modernsten Anlagen von großer Bedeutung für das Gelingen des Atomausstiegs. Grund ist mangelnde Wirtschaftlichkeit, da erneuerbare Energien Vorrang bei der Einspeisung ins Netz haben. Eine offizielle Bestätigung gibt es nicht.

Irsching ist nach den Worten von Wirtschaftsminister Martin Zeil „systemrelevant für die bayerische Energieversorgung“. Das Gaskraftwerk dürfte daher gar nicht abgeschaltet werden, wie der FDP-Politiker am Dienstag auf Anfrage sagte. Sowohl Zeil als auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sind mit der Angelegenheit befasst. „Wir sind dabei, dafür Lösungen zu finden“, sagte Seehofer am Rande der Landtagssitzung der dpa.

Eigentlich sah das Energiekonzept der Staatsregierung den Bau von vier bis fünf neuen Gaskraftwerken vor, um künftig fehlenden Atomstrom zu ersetzen. Bisher sind keine Investoren in Sicht, ein Schließungsantrag für Irsching 5 wäre eine Hiobsbotschaft. Das Kraftwerk hat eine Leistung von 860 Megawatt - fast so viel wie ein kleines Atomkraftwerk.

Haupteigentümer ist der Energiekonzern Eon, Mitbetreiber unter anderem die N-Ergie Nürnberg. Das Unternehmen bestätigte der Zeitung, dass die finanzielle Situation für Irsching 5 „aktuell und auch in Zukunft schwierig“ sei.

„Wir haben die Gerüchte auch gehört, aber wir können das nicht bestätigen“, sagte Zeil der dpa. „Eine Abschaltung kommt sowieso nicht in Betracht, weil dieses Kraftwerk systemrelevant ist für unsere Energieversorgung.“ Über einen eventuellen Stilllegungsantrag müsse die Bundesnetzagentur entscheiden. Diese kann nach Zeils Angaben den Weiterbetrieb anordnen - doch müsste die öffentliche Hand dann einen finanziellen Ausgleich an die Betreiber zahlen. Zeil forderte die Bundesregierung auf, die Rahmenbedingungen für die Energiewende zu verbessern. „Spätestens bis zum Sommer muss Klarheit geschaffen werden.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Animal Hoarding“ in Bayern: Polizei findet tote und abgemagerte Hunde in Lagerhalle
Die Polizei hat in einer Lagerhalle nahe Augsburg einen grausigen Fund gemacht: Sie fanden zehn stark abgemagerte und verletzte Hunde - einer der Hunde war bereits tot. …
„Animal Hoarding“ in Bayern: Polizei findet tote und abgemagerte Hunde in Lagerhalle
Junge Männer werfen Steine und Paletten auf fahrende Autos: Das ist ihre irre Begründung
Zwei junge Männer im Alter von 16 und 19 Jahren sollen zahlreiche große Steine und Holzpaletten auf fahrende Autos, Lastwagen und einen Zug geworfen haben. Ein Beifahrer …
Junge Männer werfen Steine und Paletten auf fahrende Autos: Das ist ihre irre Begründung
Bei Schweinfurt: Dieb klaut ganzes Weizenfeld
Diebesfahrt mit schwerem Gerät: Ein Unbekannter hat im unterfränkischen Geldersheim (Landkreis Schweinfurt) ein Weizenfeld abgeerntet.
Bei Schweinfurt: Dieb klaut ganzes Weizenfeld
Warnung vor starken Gewittern in ganz Bayern - sie drohen am Dienstagabend
Schon am Montagabend zogen mehrere größere Gewitter über Bayern. Nun, zum Dienstagabend hin, wird die Lage wieder ähnlich brenzlich. Der Deutsche Wertterdienst warnt.
Warnung vor starken Gewittern in ganz Bayern - sie drohen am Dienstagabend

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.