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Beim Freiwilligen Sozialen Jahr müssen Sportvereine künftig mehr für die Jugendlichen bezahlen.

Freiwilliges Soziales Jahr

Sportvereine müssen draufzahlen

Fürstenfeldbruck/München - In vielen bayerischen Sportvereinen leisten junge Leute jedes Jahr ein Freiwilliges Soziales Jahr ab. Ab September sollen die Vereine dafür 19 Prozent Umsatzsteuer zahlen.

Der Unmut darüber ist bei den Sportlern, wie beim TuS Fürstenfeldbruck, groß. „Ich bin stinksauer“, sagt der Präsident des TuS Fürstenfeldbruck, Herbert Thoma. Vereine, die sich sozial engagieren, sollen zur Kasse gebeten werden, während der Hotel- und Gaststättenverband von einer geringeren Mehrwertsteuer profitieren soll. Bereits im vierten Jahr arbeiten in seinem Verein FSJler. Vormittags geht der Jugendliche in den Kindergarten und gestaltet kostenlos Sportstunden, am Nachmittag engagiert er sich in den Jugendgruppen des Vereins.

Ab September sollen sogar zwei FSJler beschäftigt werden. Dazu hat der TuS die Kooperation mit den Schulen gesucht. Auch dort sollen sich die FSJler am Sportunterricht beteiligen. Mit der Jugendarbeit erhofft sich der Fürstenfeldbrucker Verein, dass Kinder wieder mehr für den Sport begeistert werden.

Träger des Freiwilligen Sozialen Jahres ist die Bayerische Sportjugend. Der TuS Fürstenfeldbruck überweist monatlich 370 Euro an den Verband. Ab September werden es mit der Umsatzsteuer rund 450 Euro sein, 80 Euro mehr. Schuld daran sind neue Steuerrechtlinien, wie Stephan Giglberger von der Bayerischen Sportjugend erklärt. Da der Verband als Träger die Jugendlichen quasi an die Sportvereine „leiht“, müsse das FSJ steuerrechtlich wie eine Zeitarbeitsfirma behandelt werden.

Das sei die Interpretation des Bundesfinanzministeriums, der Verband hat eine andere. „Wir sind nicht der Ansicht, dass wir eine Zeitarbeitsfirma sind“, sagt Giglberger. Die Bayerische Sportjugend biete ein Bildungs- und Orientierungsjahr an, das im vergangenen Jahr rund 250 FSJler genutzt haben. Ab September soll es 300 Plätze geben, doch ob diese voll werden, sei angesichts der drohenden Umsatzsteuer nicht mehr sicher. Sich gegen das neue Steuergesetz zu wehren, sei schwierig, sagt Giglberger. Anschreiben an Politiker hätten außer Symphatiebekundungen bisher noch nichts bewirkt.

Die zwei neuen FSJ-Plätze beim TuS Fürstenfeldbruck sind trotz der Umsatzsteuer nicht in Gefahr, wie Thoma versichert. Die Verträge seien bereits unterzeichnet. Die finanzielle Mehrbelastung könne man stemmen. Gerecht findet es Thoma allerdings nicht. „Da heißt es immer, die Kinder werden immer dicker, und gleichzeitig werden wir für unseren sozialen Einsatz bestraft.“

von Mieke Meimbresse

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