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Materialen zum Bau einer Rohrbombe haben auf der Autobahn 93 bei Kiefersfelden einen Großeinsatz ausgelöst.

Ein Pole und drei Afrikaner festgenommen

Polizei findet Baumaterial für Rohrbombe in Schleuserauto

Kiefersfelden - Materialien zum Bau einer Rohrbombe haben auf der A93 bei Kiefersfelden einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Die Autobahn wurde gesperrt und vier Männer festgenommen.

Bei einer Routinekontrolle bei der Einreise war das Auto mit „sprengstoffähnlichen Gegenständen“ entdeckt worden, teilte die Polizei mit. Bei dem Fahrer handelt es sich um einen Polen (39), zudem saßen drei Afrikaner (20, 29 und 37) im Wagen. Sie stammen von der Elfenbeinküste und aus Guinea, der Pole wollte sie nach Vermutung der Bundespolizei illegal nach Deutschland einschleusen. Dies wird derzeit geprüft. Die drei Afrikaner hatten keine Papiere bei sich.

Die vier Männer wurden vorläufig festgenommen. Sie kamen in Untersuchungshaft, wie die Bundespolizei am Freitag mitteilte. Der Pole wurde bereits erstmals vernommen, seine Befragung wird derzeit fortgesetzt. Ob und was er ausgesagt hat, ist noch nicht bekannt. Unklar ist auch, ob die Afrikaner in dem Wagen etwas von der Sprengstoff-Fracht wussten.

Sprengstoffexperten des Landeskriminalamtes und ein Großaufgebot an Sicherheitskräften waren im Einsatz. Wie unser Partnerportal Rosenheim24.de berichtet, wurden Materialien für den Bau einer Rohrbombe gefunden.  Laut Bayerischem Rundfunk handelt es sich um drei Rohre, Schwarzpulver und Verbindungskabel. 

Auch Waffen und Drogen waren im Auto

Ein Polizist winkt am Grenzübergang Kiefersfelden Autos von der Straße.

Am Donnerstag gegen 22.30 Uhr war der schwarze Mittelklasse-Wagen bei einer Überprüfung am Grenzübergang Kiefersfelden aufgefallen. Die Beamten hätten in dem Wagen neben den Zutaten zur Bau einer Rohrbombe auch Hieb- und Stoßwaffen, Betäubungsmittel und mehrere Handys sichergestellt, teilte ein Polizeisprecher mit. 

Die Polizei sperrte nach dem Fund die Autobahnen in Österreich ab Kufstein Nord und die deutsche Autobahn 93 ab Kiefersfelden, außerdem wurden die Rastanlagen Inntal Ost und Inntal West geräumt. Gegen 5.45 Uhr am Freitagmorgen sei dann vorläufig Entwarnung gegeben worden. Die Sperrung der Autobahn wurde aufgehoben. „Es bestand keine Explosionsgefahr“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Das LKA und die Staatsanwaltschaft Traunstein nahmen Ermittlungen auf. Die Gegenstände, die von den Experten als Sprengvorrichtungen eingestuft wurden, sollen nun kriminaltechnisch untersucht werden.

Bundespolizei wertet Fund als Erfolg

Die Bundespolizei wertete den Fund als Erfolg: „Man sieht: Die Grenzkontrollen bringen was“, sagte die Sprecherin. Erst am Donnerstag wurde ein 51-Jähriger aus Montenegro, der im November 2015 mit einem Auto voller Waffen auf dem Weg nach Paris erwischt wurde, vom Münchner Landgericht zu vier Jahren Haft verurteilt. Der Mann war wenige Tage vor den Pariser Terroranschlägen an der A8 nahe Rosenheim von der Polizei aufgegriffen und festgenommen worden.

dpa

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