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Bei dem Brand in Würzburg kamen drei Menschen ums Leben

Spurensuche nach Feuer-Drama im Seniorenheim

Würzburg - Die Spuren sind eingesammelt. Nun überlegen Brandexperten, was das Feuer im Würzburger Seniorenheim mit drei Toten ausgelöst haben könnte. Die Brandmeldeanlage war laut Feuerwehr intakt.

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Drei Menschen sterben nach Brand im Altersheim

Für ein Feuer mit drei Toten in einem Würzburger Altenheim haben die ermittelnden Brandexperten am Mittwoch zunächst keine Erklärung gehabt. Aufgrund der großen Zerstörung durch die Flammen sei denkbar, dass der Grund für den Brand nie herausgefunden werde, sagte eine Polizeisprecherin. Die Brandschutzanlage im evangelischen Wohnstift St. Paul hat nach Erkenntnis der Feuerwehr einwandfrei funktioniert, als in der Nacht zum Dienstag plötzlich das Zimmer einer 89-jährigen Frau in Flammen stand.

Fotos: Brand im Seniorenheim

Brand im Seniorenheim: Vier Tote

Mehr als 100 pflegebedürftige Menschen konnten vor dem Feuer und dem gefährlichen Rauch gerettet werden. Die 89-Jährige verbrannte allerdings in ihrem Bett. Eine 70 Jahre alte Frau und ein 67-jähriger Mann erlitten tödliche Rauchvergiftungen. Neun weitere Menschen wurden verletzt. Die Spurensuche wurde nach Polizeiangaben am Dienstagabend beendet, der Brandort am Mittwoch wieder freigegeben. “Jetzt laufen die Auswertungen“, sagte ein Polizeisprecher. Die Rettungskräfte seien automatisch über das Feuer alarmiert worden, erläuterte der Leiter der Berufsfeuerwehr Würzburg, Franz-Josef Hench. “Wir waren in sieben Minuten vor Ort.“ Nach Henchs Worten verfügt das Wohnstift über eine sogenannte aufgeschaltete Brandmeldeanlage, so dass bei einem Feuer automatisch die Feuerwehrleitstelle benachrichtigt wird. Allerdings seien die Rauchmelder nicht flächendeckend in dem Haus installiert. “Das Problem ist, dass nicht jedes Zimmer damit ausgerüstet ist“, erklärte Hench. “Dazu gibt es aber auch keine Verpflichtung und keine Vorschrift.“ Ausgerechnet das Zimmer der 89-Jährigen habe keinen Brandmelder gehabt. “Die haben im Flur Rauchmelder.“

Diese hätten Alarm geschlagen, die Brandschutztüren hätten sich daraufhin geschlossen, sagte Hench. In der Vergangenheit habe die Berufsfeuerwehr bereits mehrfach mit dem Wohnstift zusammengearbeitet. Für den (heutigen) Mittwoch sei gar ein Treffen geplant gewesen, um eine bevorstehende Evakuierungsübung vorzubereiten. Dieser Termin sei nun verständlicherweise abgesagt worden, sagte Hench.

Am Freitag (10. Dezember) soll den Toten bei einem Gedenkgottesdienst gedacht werden.

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