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Badewannenmörder vor Gericht: Die Staatsanwaltschaft will den Täter lebenslang ins Gefängnis stecken.

Staatsanwalt fordert lebenslange Haft für Badewannenmörder

Traunstein - Im Prozess um einen Mann, der seine Freundin in der Badewanne mit einem Brauseschlauch erdrosselt haben soll, hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag lebenslange Haft gefordert.

Die Tat sei Mord aus niederen Beweggründen, hieß es vor dem Traunsteiner Schwurgericht. Der Vertreter der Nebenklage schloss sich dem an: "Der Angeklagte hat sich des Mordes schuldig gemacht."

Die Verteidigung hingegen sähe den 22-Jährigen mit elf Jahren wegen Totschlags ausreichend bestraft. Der 22-Jährige hatte laut Anklage die junge Frau in der Nacht zum 23. November 2009 kurz nach ihrem 25. Geburtstag in Rosenheim getötet.

An der Überzeugung des Staatsanwalts änderte selbst der Hinweis des Vorsitzenden Richters nichts, wonach auch eine zeitlich befristete Verurteilung wegen Totschlags und nicht wegen Mordes in Frage kommt.

Der in München geborene Angeklagte hatte am zweiten Prozesstag von seinem Anwalt erklären lassen, die Sekretärin habe sich den Duschschlauch in Selbstmordabsicht selbst um den Hals gelegt. Eine innere Stimme habe ihm dann befohlen, seine Freundin zu töten. Der Staatsanwalt wertete diese Aussage als Versuch des Angeklagten, als vermindert schuldfähig eingestuft zu werden.

Zeugen im Prozess schilderten das Opfer als fröhlichen Menschen und nicht als selbstmordgefährdet, wie von dem 22-Jährigen behauptet. Der Angeklagte sei übersteigert eifersüchtig gewesen, obwohl es dafür keinen Anlass gegeben habe. Der Verteidiger hielt elf Jahre Haft wegen Totschlags für angemessen. Motiv der Tat seien keine niederen Beweggründe, sondern "ein Bündel an Ursachen". So sprach der Anwalt von einer konfliktgeladenen Beziehung nicht zuletzt wegen der kulturellen Unterschiede. Es handle sich letztlich um eine klassische Beziehungstat. Das Urteil wird am nächsten Donnerstag, 16. September umd 15.00 Uhr verkündet.

dpa

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