Staatsanwalt lässt Leiche ausgraben

Hauzenberg/Passau - Die Leiche des unter dem Verdacht der Untreue stehenden früheren Kassenleiters der niederbayerischen Gemeinde Hauzenberg ist auf Anweisung der Staatsanwaltschaft wieder ausgegraben worden.

Wie der Leiter der Ermittlungsbehörde, Helmut Walch, am Dienstag sagte, wurde die Leiche des im Dezember gestorbenen Mannes am Montagabend obduziert. Walch bestätigte damit einen Bericht der “Passauer Neuen Presse“. Die Untersuchung führte allerdings zu keinem eindeutigen Ergebnis. In den kommenden Wochen soll es ärztliche Zusatzgutachten geben.

Der frühere Kassenleiter soll nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft über zwölf Jahre hinweg 2,1 Millionen Euro unterschlagen haben. Er soll das Geld von Konten der Stadt abgehoben und für persönliche Zwecke ausgegeben haben. Der Mann war Ende 2011 im Alter von 54 Jahren gestorben.

Zu diesem Zeitpunkt sei die Veruntreuung noch nicht bekannt gewesen. “Damals ist ein natürlicher Tod bescheinigt worden, das war naheliegend und ist es auch immer noch“, sagte Walch. “Aber jetzt gibt es natürlich einen völlig anderen Hintergrund.“ Deshalb wolle die Staatsanwaltschaft nun in alle Richtungen ermitteln und auch die genauen Todesumstände des 54-Jährigen klären. Womöglich sei Spielsucht das Motiv für die Veruntreuung gewesen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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