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Die Staatsregierung sieht in Bayern keinen möglichen Standort für ein atomares Endlager.

Staatsregierung gegen Atom-Endlager in bayerischem Gestein

München/Thurmansbang - Die Suche nach einem Endlager für Atommüll geht weiter. Nach dem Bericht der Endlagerkommission könnte auch bayerisches Gestein infrage kommen. Das Land will sich das nicht gefallen lassen.

Die Staatsregierung sieht in Bayern keinen möglichen Standort für ein atomares Endlager. „Die Gesteine in Bayern sind nicht für ein Endlager geeignet - das gilt für Granit, Ton und Salz“, sagte Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) am Dienstag auf Anfrage. „Sie bieten die notwendige geologische Barriere-Wirkung nicht.“ Bei der Sicherheit dürften keine Abstriche gemacht werden.

Die Endlagerkommission des Bundestages hatte sich in der Nacht zum Dienstag auf Empfehlungen für die Suche nach einem Standort zur Lagerung von hoch radioaktivem Atommüll geeinigt. Das Gremium aus Abgeordneten, Wissenschaftlern und Verbandsvertretern formulierte die Kriterien so, dass völlig offen bleibt, in welchem Bundesland die abgebrannten Brennelemente aus den Kernkraftwerken letztlich gelagert werden sollen. Versuche einzelner Mitglieder, die Anforderungen so zu fassen, dass eine Lagerung in Salzgestein oder Granitgestein von vorneherein ausgeschlossen wäre, lehnte die Mehrheit ab.

In Bayern galten in den vergangenen Jahren neben den Salzstöcken in Berchtesgaden und den Granitvorkommen im Bayerischen und Oberpfälzer Wald vor allem die Tonschichten an der Donau im Raum Neu-Ulm als potenzieller Standort. Im Falle konkreter Untersuchungen etwa im Bayerischen Wald wird heftiger Widerstand der Bevölkerung erwartet.

„Wer meint, uns als Atomklo benutzen zu können, der muss mit dem gleichen Desaster rechnen wie in Wackersdorf“, sagte der Vorstand der Initiative gegen ein Endlager im Saldenburger Granit, Thurmansbangs Bürgermeister Martin Behringer (FWG). „Wir haben auch Geld dafür.“ Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk über Reaktionen auf die Empfehlungen berichtet.

Nach Ansicht des bayerischen Umweltministeriums sollte ein endlagerfähiges Wirtsgestein mindestens 100 Meter mächtig und homogen sein - ohne Risse und Spalten, durch die Wasser eindringen kann. „Diese erforderliche Qualität weist zerklüfteter Granit, wie es ihn in Bayern gibt, nicht auf“, sagte ein Sprecher. Die Tonvorkommen in Bayern seien von stark wasserführenden Grundwasserschichten über- und unterlagert, und Salz komme in Bayern nur in dünnen Lagen vor.

dpa

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