+

Stadt Fürth entschuldigt sich für „Fehler“

Wegen Pegida: Sankt-Martins-Umzug muss weichen

Fürth - Nichts wird es für Fürther Kinder mit einem schon lange geplanten Laternen-Umzug an Sankt-Martin. Grund: Pegida marschiert auf, der Kinderumzug muss deshalb verlegt werden.

Es klingt absurd, ist aber Realität: Wegen einer Demo des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses können Kinder in Fürth nicht auf ihren geplanten Laternen-Umzug an Sankt Martin gehen. Denn auch die Rechtspopulisten wollen an gleicher Stelle an den Heiligen erinnern - und bekamen dafür grünes Licht von der Stadt. Dabei war der Laternenzug seit langem geplant und muss nun um eine Woche verschoben werden.

Ursprünglich sollte die Pegida-Kundgebung, wie zuvor bereits mehrmals geschehen, am Bahnhofplatz stattfinden. Um den dortigen Einzelhandel und die Gastronomie nicht erneut durch Absperrungen zu belasten, einigte sich die Stadt mit den Pegida-Vertretern auf eine Ausweichroute. Dabei hatte das Ordnungsamt nach Angaben der Sprecherin den Laternenumzug nicht mehr im Blick. Die Stadt bedauere den Fehler, sagte eine Sprecherin. 

Die neue Pegida-Route führt ausgerechnet auf den Platz mit dem geplanten Sankt-Martins-Umzug der Kinder. Den Verantwortlichen der Krippe war jedoch die Konfrontation von Pegida-Anhängern und Gegendemonstranten zu gefährlich. 

Kindern eine "bedrohliche Kulisse" ersparen

Auch zwei weitere Kitas haben laut dem Portal nordbayern.de ihre Laternen-Umzüge umgeplant. Man wolle den Mädchen und Jungen eine "bedrohliche Kulisse" ersparen, sagte Pfarrer Hans-Ulrich Pschierer. Die Organisatoren der Laternenumzüge ärgert auch, dass sich Pegida bei ihrem Aufmarsch ausgerechnet an den heiligen Sankt Martin erinnern will - unter dem Motto: "Sankt Martin und seine heutige Bedeutung". "Unsere Kinder bereiten sich schon seit Wochen vor, sie wissen, um was es geht: ums Teilen, um Solidarität", sagt Kita-Leitern Daniela Bär. Das könne sie bei Pegida nicht erkennen." Nun müssten "Kinder mit Laternen Erwachsenen mit Plakaten weichen", so Bär laut nordbayern.de.

Von Sankt Martin ist unter anderem die Legende der Mantelteilung überliefert. Er soll seinen Mantel zerschnitten und einen Teil an einen Bettler gegeben haben. 

Lesen Sie hier unsere Erklärung des Brauchtums rund um St. Martin: „Darum feiern wir St. Martin“.

mb/dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Privatfirmen dürfen nicht Altpapier sammeln
Das Sammeln von Altpapier bleibt ein Privileg der Landkreise. Das Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat nach mehrjährigem Rechtsstreit die Klage eines privaten …
Privatfirmen dürfen nicht Altpapier sammeln
Wohin mit all dem Laub?
Hört man das Dröhnen der Laubbläser, ist klar: Der Herbst und sein Blätterwahnsinn sind wieder da. Doch wo landet eigentlich all das Zeug? Und wieso sollte man den …
Wohin mit all dem Laub?
Immer mehr Straftaten in Bayern
Im vergangenen Jahr ist die Zahl der verurteilten Straftäter wieder gestiegen - 4,5 Prozent mehr als im Jahr 2015.
Immer mehr Straftaten in Bayern
Psychiatrisches Gutachten über Reichsbürger steht fest
Der 50-jährige Reichsbürger soll im Oktober 2016 auf SEK-Beamte geschossen haben. Der zuständige Psychiater hat jetzt ein Gutachten zu dessen Schuldfähigkeit vorgestellt.
Psychiatrisches Gutachten über Reichsbürger steht fest

Kommentare