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Eine SPD-Politikerin wollte die „weibliche Seite Bayern“ betonen. 

„Schmarrn“ im „Deppenland“

Wegen „weiblicher Version“ der Bayern-Hymne: SPD-Politikerin erlebt Shitstorm  

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Sogar auf ihrem privaten Telefon erreichten die SPD-Landtagsvorsitzende Beschwerden: Nachdem Simone Strohmayr eine „weibliche“ Version der Bayern-Hymne präsentierte, wurde sie heftig kritisiert. 

Stadtbergen - „Mutterland“ statt „Vaterland“: Braucht die Bayern-Hymne eine gendergerechte Überholung? Nach der Forderung einer Nürnberger Frauenbeauftragten, die Hymne umzutexten, zog die SPD-Politikerin Simone Strohmayr nach. 

Passend zum Weltfrauentag präsentierte die 50-Jährige gemeinsam mit einigen anderen Frauen eine CD mit einer Version, die Frauen in den Vordergrund stellte - doch das kam nicht bei allen gut an. 

Das ist Strohmayrs „weibliche Version“ der Bayern-Hymne:

„Bärendienst für die Gleichberechtigung“

Wie die Augsburger Allgemeine berichtet, habe die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion aus Stadtbergen für ihr Projekt viel Kritik einstecken müssen. So sprach die politische Konkurrenz von „Klamauk“ und einem „Bärendienst für die Gleichberechtigung“. 

Auch der vorangegangene Vorschlag der Frauenbeauftragten Kristin Rose-Möhring, die deutsche Nationalhymne gendergerecht anzupassen, sorgte bei einem Großteil der Bevölkerung für Empörung. 

Shitstorm im Internet

Die SPD-Landtagsabgeordnete Simone Strohmayr.

Im Internet wurde die Politikerin mit einem regelrechten Shitstorm konfrontiert. Die Netzgemeinde wetterte „Schmarrn“, „Deppenland“ und fragte, ob Strohmayr denn nichts Besseres zu tun habe. Sogar auf ihrem privaten Telefon meldeten sich vermehrt Menschen, die der Landtagsabgeordneten mal sachlich, mal laut und unflätig die Meinung geigten.

Die Politikerin sieht die Aktion, der 158 Jahre alten Bayern-Hymne einen modernen Anstrich zu verleihen und sie etwas umzudichten, als „Weckruf, der deutlich macht, dass es in Sachen Gleichberechtigung noch eine Menge zu tun gibt.“ 

Strohmayr hält Reaktionen für überzogen

Neben dem Satz „Gott mit dir, du Land der Bayern, Heimaterde - Mutterland“ kommen in der auf Frauen bezogenen Fassung folgende Zeilen vor:„Dass die Frau nicht nur am Herd steht, dafür ist es höchste Zeit, wir wollen endlich sorgen für ein gleich berechtigt Weib.“

Strohmayr hält den Ärger rund um den Song für reichlich überzogen. „Es geht mir doch mitnichten darum, die Bayern-Hymne abzuschaffen. Aber wir müssen endlich mehr für die Gleichberechtigung der Frauen tun“, fordert die SPD-Landtagsvorsitzende.

Frauen müssen weiter damit leben, in Formularen und Vordrucken als „Kunde“ angesprochen zu werden: Die Klage einer 80-jährigen Sparkassen-Kundin war nicht erfolgreich.

Version soll wachrütteln

Seit 100 Jahren gebe es in Deutschland das Frauenwahlrecht – und noch immer sei weder im Landtag noch in bayerischen Kommunalparlamenten nicht einmal jeder dritte Abgeordnete eine Frau, erklärte Strohmayr gegenüber derAugsburger Allgemeinen. „Wir müssen den nächsten Schritt machen. Das Lied ist ein Versuch, die Menschen aufzurütteln“, so Strohmayr.

Klare Worte: Zur Änderung der Nationalhymne äußerte sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

nema

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