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Städtetagspräsident Ulrich Maly fordert eine bessere Integration von Flüchtlingen.

Städtetagspräsident

Maly: Wir müssen Flüchtlinge auch integrieren

Nürnberg - Die Unterbringung der Flüchtlinge dominierte zuletzt die Schlagzeilen. Die Politik müsse sich aber nicht nur um menschenwürdige Unterkünfte kümmern, mahnt Städtetagspräsident Maly. Das Stichwort laute Integration.

Neben der Versorgung neu ankommender Asylbewerber muss sich die Politik nach Ansicht von Städtetagspräsident Ulrich Maly (SPD) auch intensiv um die Integration der Flüchtlinge kümmern. „Das sind Menschen, die bleiben nicht für ein paar Monate, sondern für sechs, sieben, acht Jahre oder für immer“, sagte Maly am Mittwoch in Nürnberg auf der Sozialwirtschaftsmesse Consozial. Auch wenn die Unterbringung der zahlreichen Flüchtlinge zuletzt die ganze Aufmerksamkeit auf sich gezogen habe: „Der eigentliche Job liegt noch vor uns - diese Menschen in die Stadtgesellschaften zu integrieren.“

Um fremdenfeindlichen Gruppen von Anfang an den Boden zu entziehen, müssten alle gesellschaftlichen Institutionen in diesen Prozess eingebunden werden. „In der Gesellschaft selbst herrscht eine große Hilfsbereitschaft“, betonte Maly. Etwaige Fremdenangst werde derzeit von Mitleid überlagert.

Minderjährige Flüchtlinge im Fokus

Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) lenkte den Fokus bei der Eröffnung der bundesweit größten Messe für das Sozialwesen auf minderjährige Flüchtlinge, die ohne erwachsene Begleitung nach Deutschland kommen. Mehr als 3000 von ihnen werden heuer im Freistaat erwartet, weil dort zwei Hauptfluchtrouten enden. Bislang müssen die Minderjährigen laut Gesetz dann auch in Bayern betreut werden. „Wir wollen eine bundesweite Verteilung analog zu den Aylbewerbern nach dem Königsteiner Schlüssel“, sagte hingegen Müller.

Mit Blick auf die erwachsenen Asylbewerber betonte sie: „Der Bund muss ebenfalls in die Pflicht genommen werden.“ Dieser müsse sich nicht nur finanziell beteiligen. „Wir brauchen schnellere und unbürokratischere Kapazitäten in den Kasernen“, forderte Müller mit Blick auf fehlende Unterbringungsmöglichkeiten. Für den anstehenden Winter habe der Freistaat aber bereits vorgesorgt und in einem „Notfallplan“ 20 000 zusätzliche Plätze identifiziert.

dpa

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