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Staffelsee: Paradies für Aussteiger auf Zeit

Seehausen - In unserer Sommerserie stellen wir oberbayerische Seen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln vor. Heute: Der Staffelsee und die Insel der Camper.

Reif für die Insel? Wer knapp 70 Kilometer von München entfernt einmal abtauchen möchte oder besser eintauchen möchte in die Natur, der muss die Buchau ansteuern. Ob Dauercamper, Kurzzeit-Gast oder Tages-Ausflügler: Die 5,5 Hektar große, mit Bäumen und Sträuchern bewachsene Insel inmitten des blaugrün schimmernden Staffelsees (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) zieht den Besucher schon magisch an, wenn er sie vom Ufer in Seehausen erspäht.

„Buchau ist die einzige autofreie Campinginsel in Deutschland“, wirbt Paul Sedlmaier, genannt Willy, für sein Eiland. Im Blaumann, mit Baseball-Mütze und in festen Gummistiefeln steht er an der südlichen Anhöhe und blickt auf die gegenüberliegende Insel Wörth. Von „seiner Insel“ kann eigentlich nicht die Rede sein. Schließlich gehört das idyllische Fleckerl mit einem Panoramablick auf die Alpen der Gemeinde Seehausen. Doch in diesem Jahr hat sich Willy einen jahrzehntelangen Traum erfüllt: die Campinginsel Buchau zu betreiben. Der vorherige Pachtvertrag lief aus - Sedlmaier erhielt den Zuschlag.

Im früheren Leben war der 48-Jährige Wirt in Murnau. Seine Gaststätte öffnete abends - „jetzt genieße ich ein normales Leben“. Was heißt schon normal? Heute beginnt für ihn der Tag morgens um 6 Uhr und endet nicht vor 22 Uhr. Und das jeden Tag, von April bis Oktober. In der Früh fährt er los mit seinem Motorboot, holt bei der Bäckersfrau die am Abend vorbestellten Semmeln und Zeitungen für die Camper. Die Überfahrt mit seinem Boot dauert gerade einmal fünf Minuten. Mit dem Kanu braucht es von Seehausen aus im gemütlichen Tempo, eskortiert von freundlichen Haubentauchern und piepsenden Teichhühnern, vielleicht eine Viertelstunde. Gäste mit Zelt und Gepäck werden von „d’Fischerin“ rübergefahren, der Fähre, die im Sommer zwischen 10 Uhr und 18 Uhr alle 80 Minuten die Verbindung zur Welt herstellt.

„Das Tolle ist, dass man hier allein ist, nur mit unserer Klasse.“ Der blonde Elias (12) freut sich auf das Insel-Abenteuer. Mit 51 Mitschülern aus der Penzberger Montessori-Schule verbringt er eine Woche auf der Buchau. Im Gepäck sind nicht nur Zelte, Klamotten, Luftmatratzen und Spiele. Sie haben auch Kanus dabei, „damit wir den Transport selbst in die Hand nehmen können“, erklärt Pädagogik-Assistentin Christiane Feigl. Man weiß ja nie - zudem ist Kanufahren vor Alpenkulisse richtig cool.

Wer seinen Fuß auf die Buchau setzt, betritt eine eigene Welt. Auf der unter Naturschutz stehenden Insel haben sich rund 120 Dauercamper häuslich eingerichtet. Meist haben sie ein hölzernes Podest gebaut, auf dem das Zelt thront. Über dem Zelt noch einmal ein schützendes Dach. Pro Quadratmeter kostet der Platz 12 Euro im Jahr. Für ein 50-Quadratmeter-Areal also 600 Euro im Jahr - egal ob lauschig unter Bäumen oder mit direktem Seezugang. Bei manchen fehlt es an nichts: „Little Linderhof“ etwa hat nicht nur eine Solaranlage, einen katalytischen Ofen und einen Gaskühlschrank. Es gibt sogar Fernsehen im Zelt-Heim.

„Wir haben auch Rentner, die von April bis Oktober hier leben“, berichtet Sedlmaier. Ein buntes Völkchen, das sich auf der Buchau daheim fühlt. Platz ist noch für gut 80 weitere Zelte - für Durchgangscamper. Auch in der Hauptsaison findet sich kurzfristig für Inselsüchtige immer noch ein Plätzchen (ein Stellplatz für vier Personen kostet in der Hauptsaison 6,50 Euro/Tag, Erwachsene zahlen pro Tag 6 Euro, Kinder zwischen sechs und 14 Jahren vier Euro, Kinder unter sechs Jahren zahlen nichts). Ebenso willkommen sind diejenigen, die nur einen kurzen Halt einlegen, ihr Boot an Land ziehen und auf der Terrasse vor der Gaststätte eine Brotzeit bei grandiosem Ausblick genießen.

Seehausen hat in die Buchau tüchtig investiert. Proppere Sanitäranlagen, neue Kieswege. Bürgermeister Markus Hörmann freut sich über die Wiederbelebung der Campinginsel. Die 52 Kinder aus Penzberg, die gerade übergesetzt haben, beweisen: Das Konzept passt. Hier ruft nicht der Berg, hier lockt die Insel. Und rundherum ein herrlich beschaulicher See.

Claudia Möllers

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