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Strubbelhaare und karierte Mütze – das waren die Markenzeichen des gutmütigen Iwanuschka. Er war einer der weltgrößten Clowns. Im Alter von 86 Jahren ist er gestorben.

Trauer um Oleg Popow

Schlussapplaus für einen großen Clown

Moskau/Egloffstein - Er hat Millionen Menschen in aller Welt zum Lachen gebracht. Oleg Popow war einer der größten Clowns der Zirkusgeschichte. In Bayern hat der gebürtige Russe eine neue Heimat gefunden. Doch ganz verlassen konnte er die Manege nie. Mit 86 Jahren ist er der Welt abhanden gekommen.

Die strubbligen gelben Haare und die schwarz-weiß karierte Mütze waren sein Markenzeichen. Sie gehörten zum gutmütigen „Iwanuschka“ wie Oleg Popow in die Manege gehörte. Es war sein großes Talent, vielleicht sogar sein Lebenselixier, die Menschen zum Lachen zu bringen. Und es gelang ihm immer – in allen Ländern, mit jedem Publikum. Oleg Popow war einer der größten Clowns der Zirkusgeschichte. Bis zuletzt. Er ist am Mittwochabend während einer Tournee im südrussischen Rostow am Don gestorben. Ganz im Stillen. Nach einem langen Leben im Rampenlicht ist er vor dem Fernseher friedlich eingeschlafen.

Seine Karriere als Zirkusclown verdankte Popow dem Leiter des Staatszirkus, der ihn im Alter von 14 Jahren bei einer Sportveranstaltung in Moskau entdeckte. Er brach seine Schlosserlehre ab und trat in die Zirkusschule ein, lernte Jonglieren und Seiltanz, Trapezartistik, Ballett und Schauspiel. Doch schon bald stellte sich heraus, was sein großes Talent war: die Komik. Er war 19 Jahre alt, als er seine Karriere als Clown in der staatlichen Zirkuskompanie begann. Bei einem Jugendfestival unterhielt er sein Publikum so gut, dass ihm der Staatszirkus einen unbefristeten Vertrag anbot. So wurde der berühmte Clown Karandasch auf ihn aufmerksam – und nahm ihn als Assistenten mit auf Tournee. Ihm hat er auch seinen großen Durchbruch zu verdanken: Als sich der Starclown verletzt hatte, musste Popow einspringen. Danach dauerte es kein Jahr mehr, bis er selbst als Starclown galt.

In der Manege war Popow „Iwanuschka“, eine Figur vergleichbar mit dem deutschen „Hans im Glück“. Er war ein stiller, poetischer und träumerischer Clown, erinnert sich Hans-Dieter Hormann, der Chef des Leipziger Clown-Museums. Einer, der ohne großes Brimborium auskam, während andere Clowns immer schriller und lauter wurden. „Er wird immer einmalig und unerreicht bleiben.“

Als Ianuschka erhielt Oleg Popow zahlreiche Auszeichnungen. Die bedeutendste 1981: den Goldenen Clown – den Oscar der Zirkuswelt. Nach dem Tod seiner ersten Frau und dem Zusammenbruch der Sowjetunion zog es ihn nach Deutschland. Bei einem Auftritt lernte er die 32 Jahre jüngere Gabriela Lehmann kannen. Sie hatte nur einen Stehplatz bekommen, Popow ließ ihr aus der Garderobe einen Stuhl bringen. Ein Jahr später wurde sie seine Frau und lernte Jonglieren und Tanzen, um mit ihm auftreten zu können. Sie lebten auf einem Bauernhof in Egloffstein bei Nürnberg, doch Popow kehrte immer wieder zu Auftritten in seine russische Heimat zurück.

Am Zirkusgebäude in Rostow legten trauernde Fans Blumen für ihn nieder. Kommenden Montag wird er dort mit einer Trauerfeier geehrt. Bestattet wird er in seiner Wahlheimat in Deutschland. „Wir sind sehr traurig“, sagte Helmut Grosscurth, Präsident der Gesellschaft der Circusfreunde in Dormagen. „Er war einer der letzten großen Namen des Zirkus. Jeder kannte ihn. Von der Sorte gibt es nicht mehr viele.“ 

(kwo/lby)

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