Vor dem Haus, in dem die Morde begangen worden sind, wurden Blumen niedergelegt.
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Vor dem Haus, in dem die Morde begangen worden sind, wurden Blumen niedergelegt.

Furchtbares Verbrechen

Dreifach-Mord von Starnberg: Das Motiv soll Habgier sein

Er soll in Starnberg drei Menschen ermordet haben - der Fall eines jungen Olchingers wird vor der Jugendkammer des Münchner Landgerichts verhandelt.

Starnberg – Vor gut einem Jahr fanden Ermittler drei Leichen in einem Starnberger Einfamilienhaus – nun hat die Münchner Staatsanwaltschaft die Anklageschrift gegen den mutmaßlichen Mörder des Ehepaares und ihres Sohnes vorgelegt. Auch seinem Komplizen wird einer der Morde zur Last gelegt. Der Prozess soll vor einer Jugendkammer des Landgerichts München II stattfinden, wahrscheinlich im Sommer.

Habgier als Motiv: Täter hatten es auf Waffen eines der Opfer abgesehen

Als Haupttäter ist ein 20-Jähriger aus Olching (Kreis Fürstenfeldbruck) angeklagt. Die Anklage lautet daher unter anderem auf Mord, besonders schweren Raub sowie Verstoß gegen das Kriegswaffenkontroll- und das Waffengesetz. Dem 20-Jährigen werden drei Morde zur Last gelegt, dem 19-jährigen Starnberger einer.

Der junge Mann soll geplant haben, den 21-jährigen Sohn der Familie zu töten. Man gehe auf Basis der Ermittlungsergebnisse von Habgier als Motiv aus, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II, Oberstaatsanwältin Andrea Mayer. Die beiden Heranwachsenden hätten es auf Waffen des 21-jährigen Opfers abgesehen gehabt, die sie verkaufen wollten. Die beiden stahlen mehrere voll- und halb automatische Schuss- und Kriegswaffen. Bei Durchsuchungen konnten bei dem 20-Jährigen „eine Vielzahl an Schusswaffen sowie Kriegswaffen sichergestellt“ werden, erklärte die Staatsanwältin.

Er hat die Morde wohl mit einem Komplizen zusammen geplant

Der Olchinger hatte nach den bisherigen Ermittlungen seinen Bekannten im Wohnhaus von dessen Eltern besucht und ihn schließlich erschossen. Auch die Eltern starben durch eine Schusswaffe. Der Komplize wartete solange draußen, half dann aber mit, die Waffen zu verladen. Da die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass beide gemeinsam die Tat geplant haben, wird auch dem 19-Jährigen der Mord an dem 21-Jährigen zur Last gelegt.

Die Ermittler waren nach dem Fund der Leichen im Januar 2020 zunächst davon ausgegangen, dass der 21-Jährige seine Eltern erschossen hatte und sich dann selbst richtete. Nach zwei Wochen nahmen die Ermittlungen jedoch eine Wendung. Außerdem fand die Polizei heraus, dass der 20-Jährige zwei Supermärkte überfallen hatte. ike

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