+
Rettungsmannschaft am Unfallort: Die Allmanshauser Steilwand im Starnberger See ist ein Schauplatz von schlimmen Unfällen.

Drama in 50 Metern Tiefe

Grünwalder stirbt beim Tauchen im Starnberger See an berüchtigter Todeswand

Im Starnberger See ist ein Sporttaucher aus Grünwald am Freitag gestorben. Der Unglücksort ist ein beliebtes Tauchrevier: die Allmannshauser Steilwand, an der es verboten ist allein zu tauchen.

Allmannshausen - Zweimal deutete er seinem Partner an: „Ich habe ein Problem.“ Dabei drehte er das Handgelenk, zunächst in 50 Metern Tiefe an der Allmannshauser Steilwand im Starnberger See, dann beim sofortigen Aufsteigen etwas höher. Aber plötzlich verschwand der Taucher in der dunklen Tiefe. Das passierte am Freitagabend, seit Sonntag und nach mehrmaliger Suche nach ihm ist es traurige Gewissheit: Der 57-jährige Wassersportler aus Grünwald, ein Ingenieur, ist im Starnberger See ums Leben gekommen. Taucher bargen seine Leiche. Die Leiche ist noch nicht obduziert, die Todesursache demnach nicht gesichert. Die Kripo Fürstenfeldbruck ermittelt in dem Fall, denn neben gesundheitlichen Gründen könnte auch ein Defekt am Gerät den Tod verursacht haben.

Allmannshauser Steilwand ist immer wieder Schauplatz schlimmer Unfälle

Der Taucher aus Grünwald – er ist ein weiteres Todesopfer des Tauchgebietes am Ostufer des Sees, das sich auf eine Länge von 600 Metern erstreckt. In den vergangenen 25 Jahren ließen hier mindestens 18 Taucher ihr Leben. Die Steilwand übt dennoch eine Faszination aus, an manchen Tagen sind bis zu 100 Leute unter Wasser. Die Tiefe, die sich erreichen lässt, ist mit bis zu 85 Metern allerdings nichts mehr für Hobbytaucher, denn: Beim Aufstieg müssen penibel Zeiten eingehalten werden, um die gefürchtete Taucherkrankheit zu verhindern. Und ab einer gewissen Tiefe, die bei jedem Menschen verschieden sein kann, lauert die Gefahr des Tiefenrausches, bei dem die Orientierung abhanden kommt, der Taucher halluzinieren kann.

Die Allmannshauser Steilwand fasziniert Taucher.

Noch am Freitagabend hatten Taucher der DLRG und der Wasserwacht nach dem Vermissten gesucht. Die Rettungstaucher können nur in Ausnahmefällen Tiefen von 30 Metern erreichen. Am Samstag rückten Taucher der Bereitschaftspolizei an, die in Tiefen jenseits der 40 Metern vordringen. Doch der Grünwalder blieb verschwunden. Schließlich entdeckten sie ihn am Sonntag in 50 Meter Tiefe. Damit war klar: An der Steilwand des Todes ließ ein weiterer Mensch sein Leben.

Die Steilwand

An der Wand von Allmannshausen, die sich über eine Länge von 600 Metern entlang des Ost­ufers des Starnberger Sees erstreckt, gibt es mehrere Tauchplätze. Beliebt sind die vor dem Schloss Seeburg und vor der Station der Wasserwacht. Vor der Seeburg fällt die Wand nach etwa 20 Metern Tiefe auf bis zu 70 Meter steil ab, vor der Wasserwacht sogar bis zu 85 Meter. An einigen Stellen geht es 50 Meter senkrecht nach unten. Die Wand ist mit einer dicken Schlammschicht bedeckt. Bis zu einer Tiefe von 40 Metern ist hier das Tauchen mit Pressluft erlaubt. Bei diesen Tiefen und weiter wird gelöster Stickstoff im Blut zum Problem. Deswegen müssen Taucher auf dem Weg nach oben Pausen einlegen, damit sich der Stickstoff im Blut abbaut. Bei zu schnellem Auftauchen entstehen sonst Gasblasen und verursachen die Taucherkrankheit.

tz/mm

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Mini-Riesenrad kracht zusammen - Acht Kinder verletzt
Acht Kinder mussten nach einem Unfall mit einem Mini-Riesenrad im oberpfälzischen Tirschenreuth in eine Klinik geflogen werden. Laut Polizei hatte das Fahrgeschäft keine …
Mini-Riesenrad kracht zusammen - Acht Kinder verletzt
Eine Bluttat in besten Kreisen: Eliteschüler tötet eigene Mutter - Jetzt steht er vor Gericht
Uli W. hat eingeräumt, seine Mutter Ute (53) umgebracht zu haben. Das Motiv der Tat bleibt weiter rätselhaft. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten.
Eine Bluttat in besten Kreisen: Eliteschüler tötet eigene Mutter - Jetzt steht er vor Gericht
Amtliche Warnung vor Sturmböen für München und Oberbayern
Aktuell herrscht eine amtliche Warnung vor Sturmböen. Die Gründe und wie das Wetter in Bayern in den kommenden Tagen wird, lesen Sie im News-Ticker.
Amtliche Warnung vor Sturmböen für München und Oberbayern
Notrufsystem ortet Luxus-Audi in See: Retter starten Suchaktion - dabei ist alles ganz anders
Im Landkreis Ingolstadt löste in der Nacht auf Dienstag ein Notrufsystem aus, das einen Luxus-Audi nach einem vermeintlichen Unfall in einem See geortet hatte. Es begann …
Notrufsystem ortet Luxus-Audi in See: Retter starten Suchaktion - dabei ist alles ganz anders

Kommentare