3. Startbahn: CSU kritisiert den Münchner Oberbürgermeister deutlich

München - Nach der Ansage von Münchens Oberbürgermeister Chrstian Ude, er wolle die dritte Startbahn um "etliche Jahre" aufschieben, wird jetzt massive Kritik laut.

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3. Starbahn - Ude fordert Aufschub

Noch gibt es keine genauen Fluggastzahlen für das Jahr 2009 – erst im Februar auf der Jahrespressekonferenz gibt der Flughafen München Gesellschaft (FMG) die Bilanz bekannt. Schon jetzt ist aber klar: Nur etwas mehr als 32 Millionen Passagiere und damit deutlich weniger als noch 2008 (34,5 Millionen) zählte der Airport im vergangenen Jahr. „Natürlich sind die Zahlen rückläufig“, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Und dennoch ist er dagegen, den Bau der dritten Startbahn aufzuschieben. Dies hatte der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) gestern gefordert. Der Rathauschef geht nicht davon aus, dass die geplante Kapazitätserweiterung des Airports in nächster Zukunft notwendig wird. „Es ist doch völlig kurzsichtig, die jetzigen Fluggastzahlen als Maßstab zu nehmen“, sagte Herrmann unserer Zeitung am Rande der Klausurtagung in Wildbad Kreuth.

Auch der Münchner Landtagsabgeordnete Markus Blume (CSU) kann Udes Äußerungen nicht nachvollziehen. Kein Weg führe daran vorbei, dass der Flughafen über seine Kapazitätsgrenzen hinaus wächst. „Ude irrlichtert herum und handelt gegen die Gesellschafter-Interessen des Flughafens“, kritisiert Blume. Der Wirtschaftsexperte der Partei, Erwin Huber, warf Ude vor, als „Skeptiker und Bedenkenträger“ aufzutreten. „Wir wünschen, dass Christian Ude einen aktiven Beitrag für Zukunftsinvestitionen für München leistet.“

In der Region um den Flughafen erntete Udes Vorstoß hingegen positive Resonanz. „Das ist eine sehr gute Nachricht“, sagte Herbert Knur, Chef der Fluglärmkomission und Bürgermeister in Berglern (Kreis Erding). Seine Gemeinde wäre vom Flughafen-Ausbau besonders stark betroffen. Auch Freisings Bürgermeister Dieter Thalhammer (SPD) und der Erdinger Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) nahmen Worte wohlwollend zur Kenntnis. Die Fluggäste sind rückläufig, und die Luftfahrt steckt weiter in der Krise“, so Bayerstorfer. Die Deutsche Flugsicherung bestätigt das: Die Zahl der Flugbewegungen in München ist 2009 im Vergleich zu 2008 um 8,3 Prozent auf 393 756 gesunken.

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