„Qualität der Ausbildung hat nachgelassen“

Stationäre Pflege in Altenheimen in Bayern wird schlechter

Die stationäre Pflege in Seniorenheimen in Bayern wird schlechter. „Wir haben immer mehr Einrichtungen, die Probleme haben, die Mindestanforderungen an die Pflege zu erfüllen“, sagte Ottilie Randzio vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) in Bayern.

München - „Das liegt vermutlich daran, dass die Qualität der Ausbildung nachgelassen hat und wir einfach zu wenige Pflegekräfte haben“, sagte die leitende Ärtzin für die Pflege beim MDK weiter. Deshalb seien die Arbeitsverdichtung sowie die -belastung zu hoch. „Darunter leiden die Sozialkompetenz und die menschliche Zuwendung.“

Der MDK ist als unabhängige Institution für die Qualitätsprüfung der Pflegeheime zuständig. Er nimmt aber auch Beschwerden entgegen. Im vergangenen Jahr sind 450 Beschwerden wegen schlechter Pflege in Altenheimen eingegangen. „Der überwiegende Teil, fast 200 davon, kam von Angehörigen. Mehr als 100 kamen von Mitarbeitern der Pflegeeinrichtungen selbst“, sagte Randzio. Das zeige, dass die Sensibilität hoch sei. 141 der gemeldeten Fälle wurden konkret überprüft. „In mehr als der Hälfte davon waren die Beschwerden begründet und es gab in der Einrichtung Handlungsbedarf.“

In Bayern gibt es dem MDK zufolge etwa 1800 stationäre Pflegeeinrichtungen für Senioren. Etwa 20 haben so deutliche Defizite, dass sie engmaschig beraten werden müssen. Dazu gehört auch die unterfränkische Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf, die vor wenigen Monaten wegen rätselhafter Todesfälle in die Schlagzeilen geraten war. Ziel der Beratungen sei, dass die Mängel behoben würden und die verbesserte Qualität stabil gehalten werde.

„20 Einrichtungen - das hört sich erst einmal nicht viel an. Aber jede einzelne ist natürlich zu viel. Vor allem, wenn es um Gewalt geht“, sagte Randzio.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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