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Auf 100.000 Einwohner kamen im Jahr 2012 in Bayern lediglich 45 Fälle von Einbrüchen.

Innenministerium

Einbrüche: Bayern zweitsicherstes Bundesland

München – Es soll sie geben, die Leute, die sich in Bayern nicht wohlfühlen. Einbrecher gehören definitiv dazu – das zumindest zeigt eine Statistik des Innenministeriums.

Ihr zufolge ist man in Deutschland fast nirgendwo so sicher vor Wohnungseinbrüchen wie im Freistaat. Auf 100.000 Einwohner kamen im Jahr 2012 lediglich 45 Fälle. Nur in Thüringen treiben sich die Einbrecher noch weniger gern herum.

Beim direkten Vergleich zwischen den Bundesländern ist allerdings Vorsicht geboten. Dass Berlin etwa deutlich schlechter abschneidet als Bayern (siehe Grafik), muss nicht wundern. Der Stadtstaat ist schließlich ein einziger Ballungsraum und damit per se beliebt unter Einbrechern, sagt ein Ministeriumssprecher. Heißt: Der Stadtvergleich ist besser. Mit 71 Einbrüchen pro 100 000 Einwohnern kann sich München neben Bremen oder Hamburg mehr als sehen lassen. Nürnberg mit 103 Fällen auch.

Wie die guten Werte zustande kommen, ist auch im Ministerium ein ungelöstes Rätsel. Für den Sprecher hat es aber nicht zuletzt damit zu tun, „dass wir viel auf Präventionsarbeit setzen“ – von Beratungsstellen über Infostände bis hin zu Flyern.

Ein Grund für allzu überschwänglichen Jubel ist das alles aber nicht. Denn insgesamt macht sich im ablaufenden Jahr 2013 ein Trend bemerkbar: Die Einbruchszahlen steigen – auch im Freistaat. Bis Oktober zählten die Polizeidienststellen 5127 Fälle. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 4695. Die Steigerung liegt damit bei gut neun Prozent.

Wie konkret das Problem vielerorts ist, haben die vergangenen Wochen gezeigt. Im Kreis Erding gab es eine Einbruchsserie, bei der Unbekannte an einem Wochenende in drei Wohnungen eingestiegen sind und vor allem Schmuck haben mitgehen lassen. Im Kreis Rosenheim gab es am Freitag vor einer Woche, dem 13., vier Einbrüche. Am vergangenen Montag kam noch einer dazu.

Der Trend zu mehr Einbrüchen lässt sich sogar an einzelnen Landkreisen beobachten. Abgesehen von einigen Ausnahmen wie dem Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen, wo zwischen Januar und November diesen Jahres nur 36 Wohnungseinbrüche – und damit zehn weniger als im Vorjahreszeitraum – passierten, steigen die Zahlen überall an. Im Kreis Rosenheim hat die Polizei bis einschließlich November 133 Fälle gezählt. 2012 waren es in elf Monaten nur 94. Das gleiche Bild im nördlichen Oberbayern. Die zuständige Polizeiinspektion Oberbayern Nord kommt bis einschließlich November auf 802 Einbrüche, knapp 90 mehr als 2012. Zahlen für einzelne Landkreise gibt es hier bis dato noch nicht.

Wie hoch der Schaden ist, der den Bestohlenen insgesamt entsteht, lässt sich am Wert von 2012 erahnen. Damals erbeuteten die Einbrecher bayernweit rund 21,6 Millionen Euro.

Immerhin dürfen sich ein paar Betroffene Hoffnung darauf machen, ihren Besitz, zumindest zum Teil, wiederzubekommen. Denn die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbrüchen lag im Freistaat 2012 bei 18,8 Prozent, der Bundesdurchschnitt ist etwas geringer: 16 Prozent.

Noch ein Grund mehr für die Einbrecher dieser Welt, einen Bogen um Bayern zu machen.

Von Marcus Mäckler

Mehr Infos

Informationen dazu, wie man sich am besten vor Einbrüchen schützt, gibt’s unter www.k-einbruch.de oder www.polizei.bayern.de.

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