Zahl der Straftaten leicht gestiegen

Statistik zeigt: Einbrecher konzentrieren sich auf Oberbayern

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Die Zahl der Straftaten in Bayern ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen, vor allem bei den Gewalttaten. Sorgen macht ein Anstieg bei der Ausländerkriminalität. Und: In Oberbayern wird deutlich mehr eingebrochen.

München – Die gute Nachricht zuerst: Bayern ist weiterhin das sicherste Bundesland. Die schlechte Nachricht lautet aber: Im Freistaat ist die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr auf 614 520 Fälle gestiegen – etwa 3,3 Prozent mehr Gesetzesverstöße als 2015 registrierte die bayerische Polizei für das Jahr 2016. Die Kriminalitätsstatistik, die Innenminister Joachim Herrmann (CSU) gestern in München vorstellte, bestätigt damit Vorab-Zahlen, über die unsere Zeitung bereits im Januar berichtet hatte. Die Gesamtaufklärungsquote stieg 2016 leicht auf 63,7 Prozent.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche habe sich „stabilisiert“, so Herrmann, nachdem sie 2015 um rund neun Prozent zurückgegangen war. Bayernweit heißt das: 7470 gelungene oder versuchte Einbrüche – zehn weniger als 2015. Die Aufklärungsquote lag bei knapp 19 Prozent; verbesserte sich damit immerhin um drei Prozent. „Damit dürfte das Einbruchsrisiko in Bayern wie auch im Vorjahr bundesweit am niedrigsten gewesen sein“, so Herrmann. In Nordrhein-Westfalen liege es fünfmal höher.

Wohnungseinbrüche steigt in Oberbayern

Das wird aber nicht alle beruhigen: In Oberbayern sind die Wohnungseinbrüche um mehr als sechs Prozent angestiegen, auf 3120 Fälle, das sind mehr als 40 Prozent aller Einbrüche im Freistaat. In München beträgt der Anstieg sogar neun Prozent. „Keine zwingend logische Erklärung“, sieht Herrmann für den ihm zufolge „massiven Anstieg“ in Oberbayern besonders in der zweiten Jahreshälfte 2016. Regionale Schwankungen, die immer wieder andere Gegenden beträfen, müssten ihm zufolge „mit dem Bandengeschehen zu tun haben“. Der von Einbrechern angerichtete Gesamtschaden stieg bayernweit um fast 16 Prozent auf über 206 Millionen Euro, was laut Herrmann auf eine zunehmende Professionalisierung der Täter hindeute. Eine „positive Trendwende“ sieht Herrmann darin, dass die Polizei im Vergleich zum vergangenen Jahr rund 18 Prozent mehr Wohnungseinbrecher als 2015 – 1055 an der Zahl – ermitteln konnte. Knapp die Hälfte der Tatverdächtigen kommt dabei aus dem Ausland, vorwiegend aus Mittel- und Osteuropa.

Der Ausländerkriminalität widmet Herrmann einen großen Teil seines Berichts – mit einem zunächst erschreckend anmutenden Trend: „Der Anstieg der Kriminalität in Bayern im Jahr 2016 ist im Ergebnis ganz überwiegend ausländischen Tatverdächtigen, darunter insbesondere Zuwanderer, zuzuschreiben“, so der Minister. Als Zuwanderer führt die Statistik Asylbewerber, aber auch anerkannte und geduldete Flüchtlinge sowie unerlaubt in Deutschland lebende Ausländer. 

Herrmann mahnt zur Differenzierung

Herrmann mahnt aber zur Differenzierung: Beispielsweise waren fast zwei Drittel der Opfer von Gewalttaten durch Zuwanderer selbst Zuwanderer. Rund 60 Prozent der Taten ereigneten sich innerhalb von Asylunterkünften. „Für Menschen, die zu uns gekommen sind, um Schutz zu suchen, müssen wir diesen Schutz auch bei uns garantieren“, betonte der Minister. Ausländische Straftäter müssten daher – wo geboten und möglich – rasch abgeschoben werden. Insgesamt stieg die Zahl der Gewalttaten, darunter hauptsächlich Körperverletzungen, um knapp 10 Prozent auf 21 101 Fälle.

Steigende Fallzahlen beobachtet die Polizei zudem bei der Internetkriminalität im Freistaat, der zumeist von Betrügern angerichtete Schaden liegt bei inzwischen 17,5 Millionen Euro. Ähnliches gilt für Drogendelikte, von denen die Polizei 2016 rund ein Fünftel mehr registrierte als im Jahr davor. Das sei aber insbesondere auf verschärfte Kontrollen zurückzuführen, erläuterte Herrmann.

Angesichts einer insgesamt hohen Einsatzbelastung lobte der Minister ausdrücklich den „großartigen Berufsethos“ bei der bayerischen Polizei. Gegen die vielen aufgelaufenen Überstunden in bayerischen Dienststellen verspricht der Minister schrittweise Abhilfe: Der Freistaat werde bis 2020 jährlich 500 zusätzliche Polizisten einstellen.

Rubriklistenbild: © dpa

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