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Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) will einen Umzug des Bayerischens Statistischen Landesamtes nach Fürth.

Statistikamt soll nach Fürth umziehen

München/Fürth - Die bayerische Staatsregierung will mit dem geplanten Umzug des Landesamtes für Statistik nach Fürth in der krisengeschüttelten Region neue Arbeitsplätze schaffen.

Entsprechende Verlagerungspläne bestätigte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch in München. Es sei jedoch noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Ihm sei es wichtig, die betroffenen Mitarbeiter, die in den letzten Tagen von der Diskussion überrascht wurden, in die Planung mit einzubeziehen, sagte Herrmann.

Erste Gespräche mit Mitarbeitern

Erste Gespräche seien mit den Mitarbeitern bereits am Mittwoch geführt worden. Herrmann hatte die Überlegungen bei einer Personalversammlung erläutert. Auf der Klausurtagung des Bayerischen Kabinetts am kommenden Wochenende (20./21. November) werde er die Umzugspläne dem Ministerrat vortragen, der dann zu entscheiden habe. “Pressemeldungen, die von einer “schnellstmöglichen Umsetzung“ der Pläne berichteten, kann ich nicht bestätigen“, sagte Herrmann. Die Verlagerung der Landesbehörde werde mit Sicherheit mehrere Jahre in Anspruch nehmen, machte der Innenminister deutlich.

Umzug erst nach Volkszählung

Ein Ministeriumssprecher sagte ergänzend, wegen der Kleinen Volkszählung im Jahr 2011 sei ein Umzugstermin vor dem Jahr 2012 oder 2013 nicht realistisch. Als kurzfristig wirkende Maßnahme sei aber denkbar, dass die zu diesem Anlass benötigten 180 Zeitarbeitskräfte statt in München bereits in Fürth angeheuert würden.

Als sicher gelte schon jetzt, dass die 300 im Münchner Rechenzentrum Süd beschäftigten Mitarbeiter auf jeden Fall in der Landeshauptstadt verbleiben. Insgesamt beschäftigt das Landesamt derzeit rund 1100 Mitarbeiter, 200 davon in der Außenstelle Schweinfurt. Erfreut zeigte sich unterdessen der Fürther Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD): “Ich bin ganz aus dem Häuschen, das ist eine wunderbare Nachricht“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er werte diese Verlagerungspläne als echtes Zeichen der Verbundenheit der Staatsregierung mit seiner Stadt. “Wir freuen uns über Geld, aber noch mehr über Arbeit“, unterstrich das Stadtoberhaupt.

Fürth freut sich

Dafür, dass die Verlagerung der Behörde von München nach Fürth über mehrere Jahre gestreckt wird, habe er Verständnis: “Niemand erwartet, dass zum 1. Januar 500 Mann vor der Tür stehen“. Für die Unterbringung der neuen Landesbehörde in Fürth sehe er überhaupt keine Probleme, unterstrich Jung. Es gebe sowohl auf dem ehemaligen Grundig-Gelände als auch in der bisherigen Quelle-Zentrale genügend Platz. “In der Quelle-Zentrale waren mal 1000 Menschen beschäftigt. Da wäre Platz für zwei Landesämter“, sagte er.

Verständnis beim Beamtenbund

Auf Verständnis stoßen die Verlagerungspläne auch beim Bayerischen Beamtenbund. Ihr Vorsitzender Rolf Habermann sagte am Mittwoch der dpa: “Überlegungen der Staatsregierung, damit Fürth zu helfen, teile ich durchaus.“ Ihm sei allerdings wichtig, dass die Verlagerung nicht im Hauruck-Verfahren stattfinde. Dies habe ihm aber Innenminister Hermann ausdrücklich zugesagt. “Das wird ein langer Prozess, der wahrscheinlich erst im Jahr 2018 abgeschlossen sein wird“, sagte Habermann. Das letzte Wort sei dennoch nicht gesprochen. “Das Ganze muss auch sinnvoll sein und dem Bürger Effektivität bringen“, sagte der Beamtenbund-Chef.

dpa

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