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Das Ausflugsziel Nummer Eins in Bayern: Schloss Neuschwanstein bleibt Spitzenreiter. 1,6 Millionen Menschen haben es im Jahr 2014 besucht. Auf Platz zwei und drei: Schloss Nymphenburg (500 000) und Schloss Linderhof (400 000).

Statistisches Jahrbuch vorgestellt

Statistisches Jahrbuch: Bayern als Zahlen-Wunderland

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München - Geburten, gelegte Eier, gebrautes Bier – fast alles, was im Freistaat passiert, das Landesamt fasst all das jährlich zusammen. Ein Ausflug in die wundersame Welt der Zahlen.

Dem Durchschnitts-Bayern geht es so richtig gut. Er ist 43,6 Jahre alt und es ist nicht unwahrscheinlich, dass er Michael heißt, wenn seine Eltern den zu seiner Geburt beliebtesten Vornamen gewählt haben. Michael verdient brutto 3695 Euro pro Monat, besitzt ein Handy, einen Computer und mindestens eine Lebensversicherung. Er lebt in einer der 2056 bayerischen Gemeinden – am wahrscheinlichsten in Oberbayern, dem Regierungsbezirk mit 500 und damit den meisten Gemeinden. Er ist Nichtraucher und seit zehn Jahren verheiratet.

Wenn Michael nicht zu den 51 Prozent der Bayern gehören will, die übergewichtig sind, hat er die Wahl zwischen 12 068 Sportvereinen. Fast jeder Dritte Bayer kämpft jedoch auch auf andere Art gegen die Pfunde: In knapp 30 Prozent aller privater Haushalte steht ein Heimtrainer.

Vielleicht war Michael unter den 3,8 Millionen Menschen, die im Jahr 2014 ein bayerisches Theater besucht haben. Und sehr wahrscheinlich war er mindestens einmal einer der 43,56 Millionen Passagiere, die an einem der drei bayerischen Flughäfen München, Nürnberg oder Memmingen angekommen oder gelandet sind. Michael besitzt eines der 9,4 Millionen Kraftfahrzeuge im Freistaat. Und mit Sicherheit hat er schon einmal in seinem Leben Bayerns nach wie vor beliebteste Sehenswürdigkeit besucht – das Schloss Neuschwanstein.

700 000 Fahrzeuge wurden im Jahr 2014 neu zugelassen, darunter 600 000 Autos. 63,5 Prozent davon fahren mit Benzin, 35,2 Prozent mit Dieselkraftstoff. 222 632 Führerscheine wurden neu ausgestellt. Die Zahl der Verkehrsunfälle ist um 0,9 Prozent gesunken – auf 368 972.

Doch das Bundesland, in dem Michael lebt verändert sich. Bayern wächst kontinuierlich. Allein im Jahr 2014 um 87 300 Einwohner. Und das, obwohl es mehr Sterbefälle (124 129) als Neugeborene (113 935) gab. Das Bevölkerungsplus verdankt Bayern der Zuwanderung, 2014 zogen 92 707 mehr Menschen in den Freistaat als weg – gut 60 600 aus EU-Staaten. An der Spitze liegen Rumänien (17 540), Kroatien (8442) und Italien (7576). 13 159 ausländische Personen erhielten 2014 die deutsche Staatsbürgerschaft – 117 Menschen weniger als 2013.

23,1 Millionen Hektoliter Bier haben die bayerischen Brauereien 2014 produziert. Mehr als im Vorjahr – und dass, obwohl die Zahl der Braustätten leicht zurückgegangen ist, von 623 auf 616. Doch noch immer ist Bayern Land des Bieres. Knapp die Hälfte aller deutschen Braustätten haben hier ihren Sitz.

Die enormen Flüchlingszahlen aus dem vergangenen Jahr sind bei diesem Bevölkerungsplus noch nicht berücksichtigt. Zum Jahresende 2014 lebten rund 12,7 Millionen Menschen in Bayern. Diese Zahl werde sich durch die Flüchtlingskrise deutlich nach oben verändern, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Vorstellung des Statistischen Jahrbuchs. Zwar gibt es für das erste Quartal 2015 bereits eine Zahl – in diesen drei Monaten sind noch einmal 16 000 Einwohner hinzugekommen. „Es ist aber viel zu früh, um verlässliche Prognosen zu treffen“, betonte Herrmann. Der Familiennachzug und die Bürgerkriegssituation in Syrien seinen unberechenbare Faktoren, die Hochrechnungen unmöglich machen. Marion Frisch, die Präsidentin des Landesamtes für Statistik, sagte: „Es gibt keine Erfahrungswerte, auf die wir zurückgreifen können.“

1,22 Milliarden Eier haben die knapp 4,2 Millionen bayerischen Hennen im Jahr 2014 gelegt. Jede Henne kommt damit auf eine Jahresbilanz von stolzen 294 Eiern. Spitzenreiter sind die niederbayerischen Hennen: Sie haben knapp die Hälfte der bayerischen Eier produziert.

Umso wichtiger sei es, die Weichen richtig zu stellen und neuen Wohnraum zu schaffen, betonte Herrmann. Der Wohnungsbau hat 2014 um knapp zehn Prozent zugelegt, mehr als 51 500 Wohnungen wurden fertiggestellt. Ende des Jahres 2014 gab es im Freistaat insgesamt 6,2 Millionen Wohnungen. Damit standen rein rechnerisch jedem Einwohner rund 47,7 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Um auf die Zuwanderung zu reagieren, hat Herrmann das Ziel für die kommenden Jahre hoch gesteckt: „Wir müssen wieder auf 70 000 neugebaute Wohnungen pro Jahr kommen.“

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Die Zahlen des Vorjahres im Überblick.

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