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Nichts geht mehr: Auf den Autobahnen staut sich der Verkehr immer häufiger.

Verkehr im Freistaat nimmt zu

220 Prozent Anstieg! Das kosten uns die Staus in Bayern

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Auf den bayerischen Straßen sind immer mehr Autos und vor allem Lkw unterwegs. Mehr Verkehr bedeutet mehr Stau. Eine SPD-Anfrage im Landtag zeigt auch: Der Stillstand kostet eine Menge Geld.

München - Die Bayern-SPD sieht im Freistaat ein zunehmendes Verkehrsproblem. Von „bayerischen Blechlawinen epochalen Ausmaßes und Bayern als einem zentralen Stauknotenpunkt in Deutschland und Europa“ spricht der Fraktionschef Markus Rinderspacher. Anlass für die markige Wortwahl ist eine Anfrage an die Staatsregierung, wie sich die Stausituation im Freistaat in den vergangenen fünf Jahren entwickelt habe.

Die Antwort aus dem Verkehrsministerium lässt aufhorchen: Zusammengerechnet fast 14.000 Stunden haben die Staus auf Bayerns Autobahnen im vergangenen Jahr gedauert - ein Anstieg von 13 Prozent allein in den vergangenen zwei Jahren.

ADAC-Warnung: Viele Staus zum Ferienende

Anstieg des volkswirtschaftlichen Schadens steigt immens

Damit einher geht auch ein volkswirtschaftlicher Schaden, der inzwischen solide im neunstelligen Bereich liegt: Auf 230 Millionen Euro schätzt ihn die Staatsregierung für das Jahr 2016. 2012 waren es noch 72 Millionen. Das Haus von Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) betont aber, dass der stetige und deutliche Anstieg um rund 220 Prozent auch auf eine bessere Datenlage zurückzuführen sei, wodurch mehr Staus und Reiseverlustzeiten erkannt würden.

In ihrer Antwort hat die Staatsregierung die zehn bayerischen Autobahnabschnitte mit der höchsten Staubelastung für die vergangenen fünf Jahre aufgeführt. Etwa ein Fünftel der Staus seit 2012 liege an hohem Verkehrsaufkommen (22 Prozent), knapp die Hälfte (45 Prozent) seien auf Unfälle zurückzuführen, so die Staatsregierung in ihrer Antwort. Baustellen sind in 16 Prozent der Fälle Stauursache. „Durch die stetige Verkehrszunahme und den begrenzten Verkehrsraum“ wirkten sich diese Faktoren immer stärker aus. Besonders belastet: die Ballungsräume mit vielen Berufspendlern. Gleichzeitig steige der Schwerlastverkehr „deutlich überproportional“ - von 2007 bis 2025 um prognostizierte 40,1 Prozent. Damit gehe ein generell höheres Staurisiko einher, besonders an Gefälle- und Steigungsstrecken.

Die Stauhochburgen rund um München: Besonders auf der A8 und der A9 ist eine Menge los.

Lkw-Verkehr soll teilweise auf Gleise umgeleitet werden

SPD-Fraktionschef Rinderspacher sieht Handlungsbedarf. Es brauche an neuralgischen Punkten intelligente Anlagen, um den Verkehr zu beeinflussen. Zudem sei es notwendig, Teile des wachsenden Lkw-Verkehrs verstärkt von der Straße auf die Gleise zu bewegen. „Wer Schienenverkehr so vernachlässigt wie die Staatsregierung, darf sich über immer neue Staurekorde auf den bayerischen Autobahnen nicht wundern“, so Rinderspacher.

Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger dagegen beklagte eine Unterfinanzierung von Deutschlands Autobahnen. Diese seien ein Sanierungsfall. „Von über 50 Milliarden Euro aus Kfz- und Spritsteuer fließt nicht mal ein Drittel in den Verkehr zurück - dieser Anteil muss deutlich erhöht werden“, sagte der Vorsitzende der FW-Landtagsfraktion.

Sophie Rohrmeier, Josef Ametsbichler

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