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Stefan L. muss sechseinhalb Jahre in den Knast.

Händler hinterzieht 9,8 Mio. Steuern

Er prellt den Staat mit Hitler-Autos

München - Mit Adolf Hitlers Fuhrpark hat Autohändler Stefan L. aus Bernau am Chiemsee einen Millionen-Reibach gemacht. Weil er keine Steuern zahlte, muss er jetzt in den Knast.

Die 21 Mercedes Benz 770 K kaufte der 51-Jährige in den USA für 36 Millionen und kam damit wenig später mit einem Münchner Großunternehmer perfekt ins Geschäft: Der blätterte für die Hitler-Kutschen nämlich satte 45 Millionen Euro hin. Stefan L. vergaß dabei nur eine Kleinigkeit: Er zahlte keine Steuern dafür. Über viele Jahre hinweg prellte er den Staat um insgesamt 9,8 Millionen Euro!

Bei hochpreisigen Oldtimern ist Stefan L. ein Profi. Er kennt die Kunden, die viel Geld für seltene Exemplare bezahlen. Mit dem Verkauf eines BMW 328 Mille Miglia (Baujahr 1940) machte er 2,8 Millionen Euro Gewinn. In den Büchern des Bernauer Luxus-Autohauses, das von Stefan L. und Andreas W. (51) betrieben wurde, tauchte jedoch lediglich ein Gewinn von 500 000 Euro auf. Die restlichen 2,3 Millionen landeten in der Schweiz.

So ging das regelmäßig: Mit dem Verkauf eines Mercedes Castagna von 1929 machte er eine Million Euro Gewinn, die er nicht versteuerte. Ein Horch 854 Roadster Erdmann & Rossi (1938) brachte 400 000 Euro ein, von denen er 300 000 nicht versteuerte.

Über sechs Jahre lang ging das so, bis im April 2010 die Handschellen klickten. Es war Adolf Hitlers Fuhrpark, der die Ermittler auf die richtige Spur gebracht hatte. Statt der neun Millionen Euro Gewinn hatte Stefan L. nur 100 000 angegeben.

So begann der Zweite Weltkrieg

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Im Oktober 2011 wurde er deshalb zu sieben Jahren Knast verurteilt. Nachdem der Bundesgerichtshof das Urteil in Teilen aufgehoben hatte, wurde dieses gestern korrigiert: Sechseinhalb Jahre Knast für Stefan L., dreineinhalb Jahre für Andreas W.

Ein Mercedes Benz 770 K hatte in den 30er-Jahren umgerechnet 120 000 Euro gekostet. Als Staatskarosse war das Fahrzeug sehr beliebt: Der japanische Kaiser Hirohito ließ sich damit kutschieren, ebenfalls die Päpste Pius XI und Pius XII.

Eberhard Unfried

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