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Der 40 Meter hohe Turm des Baumwipfelpfades im Steigerwald bei Ebrach, aufgenommenim Februar 2016.

Umfrage der Naturschützer

Steigerwald in Oberfranken: Mehrheit will einen Nationalpark

München – Die Naturschützer sind zuversichtlich, dass der Steigerwald in Oberfranken doch noch zum Nationalpark werden kann. Lesen Sie die Einzelheiten.

Die Naturschützer sind zuversichtlich, dass der Steigerwald in Oberfranken doch noch zum Nationalpark werden kann. Die Ergebnisse einer neuen Umfrage, die die Umweltorganisationen Bund Naturschutz (BN), Landesbund für Vogelschutz (LBV) und WWF in Auftrag gegeben haben, sollen die Argumente für das Gebiet mit jahrhundertealten Buchenbeständen jetzt unterstützen. Zwei Drittel der dortigen Bevölkerung spricht sich für den Nationalpark aus. „Die Ergebnisse bestärken uns: Die Region sieht hierin Entwicklungschancen“, sagt Helmut Beran, stellvertretender Geschäftsführer beim LBV. Die Natur profitiere davon, ebenso die Menschen durch zunehmenden Tourismus, erklärt der Biologe. Hubert Weiger, Vorsitzender des BN in Bayern, ergänzt: „Es geht um eine Aufwertung der gesamten Region.“

Der Streit von BN, WWF, LBV und dem Verein Nationalpark Nordsteigerwald mit der Landesregierung zieht sich bereits über Jahre hin. Letztere spricht sich gegen die Ernennung zum Nationalpark aus, ebenso die Holzwirtschaft vor Ort. Mit dem Beschluss des Landeskabinetts im Sommer, neben Bayerischem Wald und Berchtesgaden definitiv einen dritten Nationalpark im Freistaat anzustreben, habe sich die Situation nun geändert, sagt Weiger. Nun gehe es nicht mehr um die Grundsatzfrage, sondern nur noch um den Standort. „Das begrüßen wir ausdrücklich.“ Zuletzt wurde der Steigerwald bei der Suche jedoch kategorisch ausgeschlossen, was bei den Umweltschützern großen Unmut hervorrief.

Dem nördlichen Steigerwald solle eine faire Chance bei der Suche nach einem neuen Nationalpark eingeräumt werden, lautet die Forderung der Naturschützer. Max-Dieter Schneider, Bürgermeister der im betroffenen Gebiet liegenden Gemeinde Ebrach, hat bereits gehandelt. Im Namen der parteiübergreifenden Allianz „Faire Chance für den Steigerwald“ ließ er Ministerpräsident Horst Seehofer vor wenigen Tagen eine Liste zukommen – mit über 100 Unterschriften regionaler Politiker und Vertreter der Wirtschaft. Eine Reaktion gibt es bislang nicht. 

Michael Grözinger

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