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Montagnacht: Das Haus der Familie B. wird von Hunderten Tonnen Gestein begraben, Vater Peter B. und Tochter Sophie kommen in den Trümmern ums Leben.

Stein: Brauerei wollte den Fels weiter sichern

Stein a.d. Traun - Nach dem Unglück in Stein mit zwei Toten stellt sich jetzt heraus: Eine Brauerei wollte den Unglücks-Felsen weiter sichern.

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Stein an der Traun am dritten Tag nach dem verheerenden Felssturz. An dem Platz, an dem noch vor ein paar Tagen ein 100 Jahre altes Haus stand, in dessen Trümmern zwei liebe Menschen den Tod fanden, wurden am Donnerstag wegen des Schneefalls die Aufräumungsarbeiten zunächst gestoppt. Ein Expertenteam traf sich laut Trostberger Tagblatt nebenan in der Schlossbrauerei Stein, die gleichzeitig Besitzer des Felsens ist.

Ziel der Beratungen: Wie geht es weiter, wie lässt sich der Hang künftig besser absichern? Schon vor Jahren dachte der Geschäftsführer der Brauerei, Helmut A. Mühleisen, offenbar an mehr Schutz. Das Trostberger Tagblatt berichtet weiter, dass er im Jahr 2007/2008 ein Stahlnetz anbringen lassen wollte, um dem Gestein dadurch mehr Stabilität zu verleihen. Das Netz sei aber von den Behörden abgelehnt worden mit dem Hinweis: „Unter anderem zum Schutz der Bergdohlen und Fledermäuse, die dort sonst nicht mehr nisten könnten“, wird der Brauerei-Geschäftsführer zitiert.

Trauer in Stein an der Traun

Felssturz in Stein: Bilder vom Tag danach

Kondolenzbuch:

Ein Internet-Kondolenzbuch für Sophie und Peter B. finden Sie hier.

Tatsächlich dient die gruslige Höhlenburg im Fels, von der aus sich tiefschwarze Gänge ins Nirgendwo ziehen, als Rückzugsgebiet von Fledermausarten. Sie ist deswegen als FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Gebiet) ausgewiesen: als Refugium der sehr seltenen und gefährdeten Mopsfledermäuse, die hier ihren Winterschlaf halten. Einen schriftlichen Antrag wegen des Stahlnetzes gibt es beim zuständigen Landratsamt Traunstein nicht. Behördensprecher Roman Schneider weiß aber von einer „formlosen Anfrage“. Der Brauereigeschäftsführer habe vor Jahren bei der Unteren Naturschutzbehörde angerufen und sich erkundigt. Zu einem offiziellen Antrag sei es nicht gekommen. „Wir hätten sicher nicht gleich gesagt, das geht nicht“, so Schneider.

Wenn es einen schriftlichen Antrag gegeben hätte, wären durchaus Sicherheitsaspekte berücksichtigt worden. Doch hätte ein solches Stahlnetz den Felssturz, bei dem Hunderte von Tonnen Gestein sich lösten, überhaupt aufhalten können?

Markus Christandl

Bilder vom Unglücksort

Felsbrocken-Drama bei Traunstein 

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