Passauer Feuerwehr erschüttert

„Verbrecherischer, gemeiner Akt“: Stein fliegt auf Feuerwehr-Fahrzeug im Einsatz

In voller Fahrt zerbirst die Seitenscheibe eines Feuerwehrautos. Die beiden Einsatzkräfte werden von Splittern übersät. Die Feuerwehr vermutet, dass es ein Anschlag gewesen ist.

Ein Schock für die zwei freiwilligen Feuerwehrleute aus Passau: Am Montagmittag waren sie alarmiert worden und auf dem Weg zu einem Verkehrsunfall auf der Autobahn, wie die Feuerwehr auf ihrer Internetseite berichten. Plötzlich gab es einen lauten Knall: Die Seitenscheibe des Feuerwehrautos zerbarst, die Männer wurden von Glassplittern übersät. 

Die Männer hatten ihre Schutzausrüstung an, wurden daher zum Glück nicht verletzt. Trotz des großen Schreckens setzten sie ihren Einsatz fort und fuhren mit zerstörter Seitenscheibe weiter zum Unfall. 

Feuerwehr spricht von einem „verbrecherischen, gemeinen Akt“

Die Feuerwehr Passau glaubt bei diesem Zwischenfall jedoch nicht an ein Unglück. Sie spricht von einem „verbrecherischen, gemeinen Akt“, der nur noch sprachlos mache. „Es darf aktuell davon ausgegangen werden, das dieser Zwischenfall gezielt stattgefunden hat“, schreibt sie auf ihrer Internetseite. „Eine zufällige Verknüpfung oder unwillkürliches Vonstattengehen kann nicht vollständig, aber nahezu ausgeschlossen werden.“ Daher hat sie bei der Polizei Anzeige erstattet. 

Steinschlag unwahrscheinlich

Wie die Passauer Neue Presse berichtet, vermutet Stadtbrandinspektor Andreas Dittlmann, ein Unbekannter könne einen größeren Stein gegen das Fenster geworfen oder einen kleineren Stein oder sonstigen Gegenstand mit einer Schleuder abgeschossen haben. Ein Steinschlag von einem anderen Fahrzeug sei aufgrund der Gegebenheiten unwahrscheinlich bis ausgeschlossen.

Die Feuerwehr ist aber erst einmal froh, dass ihren Kameraden nichts passiert ist: „Nicht auszudenken, was hätte passieren können.“ Die Kommentatoren auf Facebook sind ebenfalls empört über den vermutlichen Angriff auf die Einsatzkräfte. 

Ottobrunn: Notärztin durch Wurf schwer verletzt

Dieses Unglück in Passau erinnert an einen Vorfall in Ottobrunn vor etwa einer Woche, der weniger glimpflich ausging: Eine Notärztin war von einem Eriträer mit einer vollen Whiskyflasche beworfen worden, meldete Merkur.de. Die Flasche flog durch die Seitenscheibe des Einsatzwagens, sie erlitt unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Kieferbruch und verlor mehrere Zähne. Ein Rettungssanitäter, der mit ihr im Einsatz war, wurde durch Glassplitter am Auge verletzt.

Johanna Heckeley

Rubriklistenbild: © Feuerwehr Passau - Löschzug Hauptwache

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