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Markus Zwicklbauer hat die Nase voll von Milliardenkrediten an schwache Euro-Länder.

Steuerberater: "Ich blech' doch nicht für Griechenland"

Fürstenzell - Markus Zwicklbauer ist sauer. Stinksauer sogar. Seit über 30 Jahren arbeitet der Mann aus Fürstenzell (nahe Passau) nun als Steuerberater. Und jedes Jahr zahlt er brav seine Abgaben.

 „Aber jetzt reicht es mir“, schimpft der 58-Jährige. „Unser ganzes Steuergeld wird derzeit in irgendwelche Schlendriane in Griechenland oder in andere Euro-Staaten gepumpt. Da mach ich nicht mehr mit.“ Und so hat Zwicklbauer einen Entschluss gefasst: Er zahlt ab jetzt dafür keine Einkommenssteuer mehr. „Schluss, aus, basta!“

Der Fall des Niederbayern – er dürfte deutschlandweit einmalig sein. Ein einfacher Bürger wehrt sich gegen die Milliardenkredite für die Pleitestaaten. „Das ist doch ein Fass ohne Boden. Sinnlos. Ich will, dass meine Steuern für die Bürger hier eingesetzt werden.“ Und so drückt sich der Mann, der sich mit der Rechtslage natürlich genau auskennt, auch nicht um seine Zahlungen. Zwicklbauer hat sich einen Kniff überlegt: Er ließ sich inzwischen von seinem Notar ein Treuhandkonto einrichten. Auf dieses will er in Zukunft alle Einkommenssteuern pünktlich bezahlen. Das Finanzamt könne jederzeit uneingeschränkt über die Beträge verfügen, „wenn sichergestellt wird, dass diese in Deutschland zum Nutzen der deutschen Bürger verwendet und nicht ins Ausland verschwendet werden“.

Wobei der 58-Jährige betont, dass er sich schon immer als Europäer sieht. „Ich habe immer an einen Verbund der Staaten geglaubt, aber hier wurden einfach zu viele Fehler gemacht.“ Ob der Steuerberater mit seiner Aktion durchkommt? Wohl nicht. Denn das Finanzamt entscheidet nicht, ob Geld für eine örtliche Schule oder für Griechenland-Kredite genutzt wird, es treibt das Geld nur ein. Und so droht Zwicklbauer schlichtweg der Vollzug. Das weiß dieser natürlich. „Mir geht es darum, ein Zeichen zu setzen, zu zeigen, dass viele Bürger mit dieser Verschwendungspolitik nicht mehr einverstanden sind.“

Fakt ist: Nachdem seine Aktion in der Region bekannt wurde, stand das Telefon nicht mehr still. „Viele Leute rufen an und wollen mir gratulieren. Das freut mich natürlich.“

age

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