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Der Angeklagte litt unter Wahnvorstellungen.

Totschlag-Prozess in Traunstein

Stimmen befahlen ihm, seine schwangere Ehefrau zu erschlagen

Traunstein - Mit einem Geständnis des Ehemannes hat der Prozess um den Totschlag an dessen schwangerer Ehefrau vor dem Traunsteiner Landgericht begonnen. Demnach litt der Mann unter Wahnvorstellungen.

Zwar schwieg der 30-Jährige am Dienstag. Sein Verteidiger Markus Frank verlas aber eine Erklärung seines Mandanten, wonach der Student die Tat einräumt. Der Ehemann habe unter Wahnvorstellungen gelitten. „Er hat Stimmen gehört, die ihm die Taten befohlen haben“, sagte der Anwalt.

Die Staatsanwaltschaft hält dem Mann vor, die gleichaltrige Frau in der Nacht zum 21. Juli 2015 in der gemeinsamen Wohnung in Rosenheim erschlagen zu haben. Zudem soll der mutmaßliche Täter mehrmals auf den Bauch des Opfers gesprungen sein. Die Frau war im fünften Monat schwanger. Das Ungeborene starb im Mutterleib. Anschließend verletzte der Student auch noch einen Nachbarn mit Messerstichen schwer.

Der psychiatrische Gutachter berichtete vor Gericht, dass der vor dem Abschluss stehende Student vor der Tat großen Prüfungsdruck empfunden und daher kaum geschlafen habe. Wenige Tage vor den Prüfungen habe er nach eigenen Worten angefangen, Stimmen zu hören. Am Tattag habe ihm die Stimme ein schlimmes Ereignis vorhergesagt. An der Hochschule berichtete der Student einem Professor davon, der die Polizei verständigte. Zuhause habe die Stimme dem Ehemann dann befohlen, die Schwangere umzubringen. Die Frage des Vorsitzenden Richters Erich Fuchs, ob die Schilderungen glaubhaft seien, beantwortete der Gutachter mit Ja.

Der 30-Jährige ist nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft nicht schuldfähig und soll deshalb in einer Nervenklinik untergebracht werden. Das Urteil wird am 12. April verkündet.

dpa

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