Überwintern in der Heimat

Störche kommen gut mit Frostwetter klar

Hilpoltstein - Manche Störche verzichten auf den langen Flug nach Afrika und überwintern in Bayern. Dabei kommen sie sogar mit klirrender Kälte klar.

Die in Bayern überwinternden Weißstörche haben auch mit klirrender Kälte kein Problem. „Dem Storch als großem Vogel macht die Kälte kaum etwas aus, da er die Wärme wesentlich besser speichern kann als kleine Singvögel, die immer bei uns überwintern“, sagte Weißstorch-Expertin Oda Wieding vom Landesbund für Vogelschutz der Deutschen Presse-Agentur. Wieding geht davon aus, dass etwa 200 Störche selbst während der kalten Jahreszeit im Freistaat bleiben.

Selbst mit zweistelligen Minusgraden kämen die Weißstörche gut zurecht. „Die Tiere haben im Laufe der Zeit so ihre Eigenarten entwickelt: Wenn es ihnen an den Füßen zu kalt wird, setzen sie sich auf Kamine oder Straßenlaternen zum Aufwärmen.“ Befürchtungen, dass überwinternde Störche in Bayern erfrieren könnten, seien unbegründet.

„Wird es wegen zugefrorener Seen und Flüsse für die Tiere zunehmend schwerer, Nahrung zu finden, fliegen die Weißstörche einfach weiter umher“, erläuterte die Expertin. Die Weißstörche seien in der Lage, innerhalb weniger Stunden größere Strecken zurückzulegen und könnten damit auch kurzzeitig in wärmere Regionen ausweichen. „Weißstörche können gut einschätzen, wann eine Kaltfront kommt, weil sie feinfühlig für Großwetterlagen und Luftströme sind.“

Dass viele Störche nicht ins Winterquartier fliegen, könne nicht als Indiz für den Klimawandel herangezogen werden, betonte Wieding. „Es ist vor allem auf menschliches Eingreifen zurückzuführen“. So stammten viele der überwinterenden Störche aus ehemaligen Zuchtstationen in der Schweiz, dem Elsass und Baden-Württemberg. Am Bodensee und im Rheintal gebe es Zuchtstationen, die weiterhin für die Tiere Nahrung auslegten. „Das wissen die Weißstörche und suchen sich dann dort Nahrung - anstatt ins warme Afrika zu fliegen.“

dpa

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