Nach Storchen-Drama: Jungvögel gerettet

Wassertrüdingen - Verlassene Jungstörche und verzweifelte Feuerwehrleute - Wassertrüdingen erlebte am Mittwoch ein Tierdrama. Nun ist klar: Die Jungvögel sind in Sicherheit. 

Ein Storchendrama in Mittelfranken hat ein gutes Ende genommen. Mit einer aufwändigen Hilfsaktion haben am Mittwoch Feuerwehrleute zusammen mit einem Experten in Wassertrüdingen (Landkreis Ansbach) drei in Not geratene Jungstörche gerettet.

Wegen des schwer zugänglichen Nistplatzes auf dem Gipfel einer abgestorbenen Pappel habe sich die Rettung des zwei Wochen alten Storchennachwuchses als äußerst schwierig erwiesen, berichtete die Stadt Wassertrüdingen. Die Pappel steht mitten in einem sumpfigen Auengebiet der Wörnitz. “Da sind wir mit einem schweren Feuerwehrfahrzeug nicht reingekommen“, schildert der Geschäftsleiter im örtlichen Rathaus, Peter Schubert. Die Feuerwehr setzte schließlich eine Hebebühne ein; damit gelangt dem mittelfränkischen Storchenbetreuer Thomas Ziegler schließlich die Rettung der Jungvögel. “Ziegler hat zunächst den toten Altstorch geborgen und dann die drei Jungvögel aus dem Nest geholt“, berichtete Schubert.

Der Storchennachwuchs sei in eine spezielle Auffangstation ins baden-württembergische Ellwangen gebracht worden. Dort habe man viel Erfahrung mit der Aufzucht verlassener Jungstörche. Der Altstorch solle von einem Tierarzt untersucht werden.

Ein Wassertrüdinger Bürger beobachtete das Storchennest am Dienstagabend gerade mit einem Fernglas, als das Drama begann: “Einer der Altstörche klappte im Anflug plötzlich zusammen und fiel tot in das Nest - direkt auf die Jungtiere“, gab Schubert die Schilderungen seines Nachbarn wieder. Ein am Mittwoch aufgenommenes Foto zeigt die Jungtiere neben dem toten Elternteil. Ob es sich bei dem verendeten Storch um das Mutter- oder Vatertier handelt, war auch am Mittwoch weiter unklar. “Wir haben uns natürlich Sorgen um die Jungtiere gemacht und sofort die Freiwillige Feuerwehr alarmiert. Denn ohne fremde Hilfe wären die gerade mal zwei Wochen alten Störche verloren“, berichtet der städtische Beamte.

Unterdessen kamen in der Kleinstadt am Fuße des Hesselbergs im südlichen Mittelfranken Gerüchte über die mögliche Todesursache des Storchs auf. Manche vermuteten einen Herzinfarkt. Die Annahme ist nach Schuberts Ansicht nicht ganz abwegig. Schließlich habe das Storchenpaar in den vergangenen Wochen einigen Stress gehabt. So hatte den beiden Wassertrüdinger Störchen wiederholt ein zweites Storchenpaar das Nest streitig machen wollen. “Vor rund sechs Wochen war es deshalb zu einem heftigen Storchenkampf gekommen“, erinnert sich Schubert. In den vergangenen Tagen sei zudem ein Ei aus dem Storchennest gefallen.

Klaus Tscharnke

Rubriklistenbild: © dpa

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