JVA Straubing: Anklage nach Geiselnahme und Vergewaltigung

Regensburg/Straubing - Ein halbes Jahr nach einer Geiselnahme in der Straubinger Justizvollzugsanstalt (JVA) ist ein 51 Jahre alter Häftling angeklagt worden.

Zum Thema:

Geiselnahme in der JVA Straubing

Geiselnehmer vergewaltigte Therapeutin

Geiselnahme unblutig beendet

Ein Tag in der JVA Straubing

Der Schwerverbrecher soll im April die Cheftherapeutin des Gefängnisses überwältigt und missbraucht haben. Der Mann sei nun wegen Geiselnahme, zweifacher Vergewaltigung und Körperverletzung angeklagt, sagte ein Sprecher des Regensburger Landgerichtes am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Strafkammer müsse allerdings noch über die Zulassung der Anklage entscheiden. Einen Termin für den Prozess gibt es deshalb noch nicht.

Geiselnahme im Straubinger Gefängnis

Geiselnahme im Straubinger Gefängnis - Die Bilder

Der Mann soll die 49 Jahre alte Diplom-Psychologin in ihrem Büro mit einem Messer bedroht und gefesselt haben. Nach etwa sieben Stunden gab der mehrfach vorbestrafte Sexualtäter auf. Der Häftling soll der Therapeutin erlaubt haben, das Büro zu verlassen. Daraufhin konnte er überwältigt werden. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei, das für eine mögliche Erstürmung der Therapiestation bereitstand, brauchte nicht mehr einzugreifen.

Woher der Mann das Messer hatte, ist bislang unklar. Der Gerichtssprecher machte dazu keine Angaben. Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) hatte als Reaktion auf die Geiselnahme schärfere Kontrollen in der niederbayerischen JVA angekündigt. Der 51-Jährige wurde zudem in eine andere Haftanstalt verlegt. Laut Anklage kam er dann in die JVA im baden-württembergischen Bruchsal.

Der Aschaffenburger hat bereits mehr als drei Jahrzehnte seines Lebens im Gefängnis gesessen. Erstmals fiel er als 13-Jähriger wegen einer Sexualtat auf, damals war er aber noch nicht strafmündig. Danach folgten Verurteilungen wegen Vergewaltigungen und 1985 wegen eines Sexualmordes. Er hatte eine 25-jährige Frau vergewaltigt und umgebracht.

Da das Landgericht Aschaffenburg damals die besondere Schwere der Schuld feststellte, wurde der Mann bislang nicht auf Bewährung freigelassen. Bereits während der Untersuchungshaft hatte der Mann 1984 in Aschaffenburg gemeinsam mit einem Komplizen einen Wachmann zusammengeschlagen und als Geisel genommen. Kurz nach der Flucht aus der Anstalt konnten die beiden Häftlinge jedoch gefasst werden. Die mehr als 100 Jahre alte JVA in Straubing ist das wichtigste Hochsicherheitsgefängnis im Freistaat. Dort sitzen meist Verbrecher mit besonders langen Haftstrafen ein. Ein erheblicher Teil der rund 850 inhaftierten Männer wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gleitschirmflieger stürzt in Baumkrone
Ein Gleitschirmflieger ist in Neumarkt in der Oberpfalz zehn Meter tief in eine Baumkrone gestürzt. Er war gerade gestartet, da überraschte ihn eine heftige Windböe.
Gleitschirmflieger stürzt in Baumkrone
Buben zerkratzen Autos - und beichten es dann dem Papa
Da hat das schlechte Gewissen gedrückt: Ein Siebenjähriger hat seinem Vater gebeichtet, gemeinsam mit einem Freund in Nürnberg zahlreiche Autos beschädigt zu haben. …
Buben zerkratzen Autos - und beichten es dann dem Papa
Massenschlägerei in Asyl-Unterkunft: Sechs Menschen verletzt 
Bei einer Massenschlägerei mit rund 60 Beteiligten in einer Schweinfurter Flüchtlingsunterkunft sind acht Menschen leicht verletzt worden. Die Polizei ermittelt nun.
Massenschlägerei in Asyl-Unterkunft: Sechs Menschen verletzt 
"Fäkalienregen": Anwohner wundern sich über braune Spritzer auf Autos
Braune Kotspritzer im Garten und auf Autos sorgen in Mittelfranken für Verwirrung: Stammen sie aus einer Flugzeugtoilette? Oder ist es Gülle? Die Polizei glaubt jetzt …
"Fäkalienregen": Anwohner wundern sich über braune Spritzer auf Autos

Kommentare