Das historische Rathaus von Straubing (r) neben dem Stadtturm in der Innenstadt
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Das historische Rathaus von Straubing (r) neben dem Stadtturm in der Innenstadt

Niederbayerisches Gäuboden-Zentrum

Straubing-Bogen (Stadt und Landkreis)

Der Landkreis Straubing-Bogen schließt die kreisfreie Stadt Straubing komplett ein. Die Region liegt im fruchtbaren Gäuboden-Gebiet.

  • Die Region Straubing liegt im Gäuboden, einer alten Kulturlandschaft.
  • Straubing war von der Antike an durchgehend besiedelt.
  • Die Stadt und der Landkreis gehörten während ihrer Geschichte zu verschiedenen Herrschaftsgebieten.

Straubing – Am 1. Oktober 2017 wurde Straubing zur Universitätsstadt. Der Bayerische Landtag wandelte mit Wirkung zu diesem Datum das bisherige Wissenschaftszentrum Straubing in einen Campus um, der zur Technischen Universität München gehört. Heute können Studierende auf dem TUM Campus Straubing für Biotechnologie und Nachhaltigkeit verschiedene Studiengänge belegen, zum Beispiel Bio-Ökonomie, Nachwachsende Rohstoffe oder Chemische Biomassentechnologie.

Die Stadt Straubing und der Landkreis Straubing-Bogen liegen im Osten Bayerns. Ein großer Teil der Region gehört zum Gäuboden, der sich als fruchtbares Lössgebiet südlich des Bayerischen Waldes und der Donau erstreckt. Diese Lage führte im Laufe der Geschichte zur intensiven landwirtschaftlichen Entwicklung und förderte den Wohlstand der Region. Die Donau fließt durch den Landkreis. Darüber hinaus weist der Kreis die folgenden größeren Fließgewässer auf:

  • Große Laber
  • Aiterach
  • Kinsach
  • Bogenbach

Alle diese Flüsse münden im Gebiet des Landkreises in die Donau. Im Norden des Landkreises Straubing-Bogen liegen die Ausläufer des Bayerischen Waldes. Hier befindet sich auch mit dem circa 1.000 Meter hohen Berg Hirschenstein die höchste Erhebung des Landkreises. Straubing gilt als größte Stadt im Gäuboden. Sie hat eine Fläche von knapp 68 Quadratkilometern, der Landkreis Straubing-Bogen erstreckt sich über rund 1.200 Quadratkilometer. Straubing liegt auf einer Höhe von 322 Metern. In der Region herrscht moderates Kontinentalklima. Die Lage an der Donau führt häufig zur Nebelbildung, insbesondere im Frühjahr und Herbst.

Straubing: Die Geschichte von der Frühzeit bis zum Ende der Antike

Die Region Straubing ist bereits seit der Jungsteinzeit besiedelt. Ab ungefähr 2000 v. Chr. entstand mit der „Straubinger Kultur“ eine regionale bronzezeitliche Zivilisationsform. Im weiteren Verlauf der Geschichte ließen sich im Gebiet des heutigen Straubing Kelten nieder. Sie gaben ihrer Ansiedlung den Namen „Sorviodurum“. Um den Beginn der christlichen Zeitrechnung herum gelang es den Römern, große Teile des heutigen Bayerns und damit auch Straubing zu erobern. Sie bezeichnete die neue Provinz als „Raetia“. Die Römer herrschten in diesem Gebiet bis zu ihrem Rückzug nach Italien gegen 400. Während ihrer Herrschaft errichten die Römer vier Kastelle im Straubinger Gebiet, die Teile von umfangreichen Befestigungsanlagen zur Verteidigung von Ost-Raetien darstellten. Die Römer verwendeten den keltischen Stadtnamen Sorviodurum weiter.

Straubing: Geschichte im Früh- und Hochmittelalter

Nachdem die Römer Raetia verlassen hatten, übernahmen die Bajuwaren das Gebiet Straubing. Sie errichteten eine große Siedlung, die sie nach ihrem Heerführer „Strupo Strupinga“ benannten. Daraus sollte sich später der heutige Stadtname ableiten. Einige Jahrhunderte stand Straubing unter der Herrschaft des fränkischen Adelsgeschlechts der Agilolfinger. Ende des 8. Jahrhunderts übernahmen die Karolinger die Stadt Straubing. Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung von Straubing stammt aus dem Jahre 897. Später gehörte sie zum Herrschaftsbereich von Kaiser Heinrich der Heilige. Dieser übereignete seinem Bruder Bruno Bischof von Augsburg um die Jahrtausendwende Straubing. Danach herrschte das Augsburger Domkapitel über die Stadt. Es ließ die Kirche St. Peter im romanischen Baustil errichten. Der Wittelsbacher Herzog Ludwig der Kelheimer gründete 1218 westlich des bisherigen Stadtgebiets die Straubinger Neustadt, um ein Zeichen seiner weltlichen Macht zu setzen.

Straubing: Vom Spätmittelalter bis zum Beginn der Neuzeit

Durch den Ausbau der Neustadt machten die Wittelsbacher Straubing zu einer aufstrebenden Stadt. Sie errichteten während des 14. Jahrhunderts zahlreiche herrschaftliche Gebäude, darunter den Stadtturm, den Stadtplatz und die Basilika St. Jakob. 1353 stieg die Stadt zur Hauptstadt des Wittelsbacher Herzogtums Bayern-Straubing beziehungsweise Straubing-Holland auf. Die Herrschaft der Wittelsbacher dauerte lediglich sieben Jahrzehnte an, sie endete mit deren Aussterben im Mannesstamm. Anschließend teilte der römisch-deutsche König Sigismund im April 1429 durch den Pressburger Schiedsspruch das Herzogtum Straubing-Holland unter den drei bayerischen Herzögen auf. Durch diesen Beschluss kam die Stadt Straubing an die Herzöge von Bayern-München. Die beiden Herzöge Albrecht I und Albrecht II bezogen in Straubing ihre Residenz. Die Liebesgeschichte zwischen Albrecht III und der nicht standesgemäßen Agnes Bernauer endete 1435 tragisch: Der Vater von Albrecht III ließ die Badertochter in der Donau ertränken. Diese Begebenheit machte Straubing weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. 1537 kaufte sich Straubing (Altstadt) aus dem Augsburger Domkapitel frei. Straubing entwickelte sich im 16. Jahrhundert zum niederbayerischen Zentrum der Reformation.

Straubing: Vom Dreißigjährigen Krieg bis zur Gegenwart

Der von 1618 bis 1648 dauernde Dreißigjährige Krieg hatte gravierende Folgen für Straubing: Nahezu die Hälfte der damaligen Bevölkerung wurde von den schwedischen Besatzungstruppen umgebracht oder starb an der Pest. Weite Teile der Stadt wurden zerstört. Nach dem Wiederaufbau wurde sie im 18. Jahrhundert im Rahmen des Spanischen und später des Österreichischen Erbfolgekrieges erneut belagert.

1812 feierten die Bürger der Stadt erstmals das bis heute begangene Gäubodenfest. Straubing erhielt 1818 den Status einer unmittelbaren Stadt, dies entspricht der heutigen Kreisfreiheit. Der Anschluss der Stadt an das bayerische Eisenbahnnetz erfolgte in der Mitte des 19. Jahrhunderts und schuf die Voraussetzungen für die Industrialisierung der Wirtschaft. Nach dem Ersten Weltkrieg kam es zu revolutionären Erhebungen in der Stadt, die jedoch nach kurzer Zeit niedergeschlagen wurden. Obwohl US-amerikanische Bomber die Stadt während des Zweiten Weltkriegs angriffen, blieb deren historisches Zentrum weitgehend unzerstört. Durch die bayerische Gebietsreform im Jahre 1972 erhielten der Landkreis und die kreisfreie Stadt ihre heutige Form. 2007 wurde Straubing zur Universitätsstadt.

Straubing: Einwohner und Verwaltung

Sowohl die kreisfreie Stadt Straubing als auch der Landkreis Straubing-Bogen gehören zum Regierungsbezirk Niederbayern. In Straubing leben knapp 48.000 Einwohner und die Bevölkerungsdichte beträgt 707 Einwohner je Quadratkilometer (Stand 2019). Der Landkreis Straubing-Bogen hat 101.240 Bürger und eine Bevölkerungsdichte von 84 Einwohnern je Quadratkilometer. Der Landkreis umfasst 37 Gemeinden, dazu zählen die beiden Städte Bogen und Geiselhöring.

Straubing: Politik und Wirtschaft

Die Partei CSU bestimmt seit Jahrzehnten die Politik im Landkreis Straubing-Bogen. Sie stellt seit 1972 ununterbrochen der Landrat, seit 2014 hat Josef Laumer dieses Amt inne. Die 60 Sitze im Kreistag wurden in der letzten Kommunalwahl (2020) neu verteilt. Seitdem haben die CSU 22 und die Freien Wähler 13 Sitze. Auch im Stadtrat von Straubing stellt die CSU die dominierende Kraft dar: Sie gewann in der Kommunalwahl 2020 18 der 40 Sitze und stellt den Oberbürgermeister, Markus Pannermayr.

Die Wirtschaft in der kreisfreien Stadt ist vor allem durch kleine und mittelständische Unternehmen geprägt. Die Branchen Automotive, Maschinenbau und Elektrotechnik sind besonders stark vertreten. Im Landkreis Straubing-Bogen spielen Ackerbau und Gemüseanbau aufgrund der hervorragend Bodenqualität traditionell eine große Rolle.

Straubing: Sehenswürdigkeiten

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehört der sogenannte Römerschatz, der im Straubinger Gäubodenmuseum präsentiert wird. Das Museum zeigt darüber hinaus zahlreiche Dokumente und Exponate, um die lange Geschichte der Gäuboden-Region und der Stadt Straubing zu veranschaulichen.

Straubing hat zahlreiche historische Baudenkmäler zu bieten, dazu gehören:

  • die im romanischen Stil errichtete Basilika St. Paul
  • das Herzogschloss
  • das gotische Rathaus
  • das Karmeliterkloster

Der Tiergarten Straubing liegt im Westen der Stadt. Er beherbergt exotische Tiere, darunter auch viele Arten, die vom Aussterben bedroht sind.

Im Landkreis Straubing-Bogen befindet sich die als Ausflugsziel beliebte Burganlage Falkenfels, die ein Museum und ein Café umfasst. Der Freizeitpark Edelwies lockt in der warmen Jahreszeit insbesondere Familien mit Kindern an.

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