+
Horst Seehofer besuchte am Freitag das ausgebrannte Rathaus in Straubing.

Nach Brand Ende November

Straubinger Rathaus: Seehofer sagt „kräftige Hilfe“ zu

Straubing - Eine Summe „im Millionenbereich“ hat Horst Seehofer der Stadt Straubing versprochen. Der Ministerpräsident machte sich am Freitag vor Ort ein Bild von dem zerstörten historischen Gebäude. 

Drei Monate nach dem verheerenden Großbrand in dem historischen Rathaus von Straubing hat Bayern Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) „kräftige Hilfe“ zugesagt. „Wegen der Einzigartigkeit des Gebäudes werden wir die Stadt unterstützen“, betonte Seehofer am Freitag nach einem Rundgang durch das größtenteils zerstörte Rathaus. Eine konkrete Summe nannte er nicht. „Es wird aber kein Trostpflaster sein. Es wird sicher in den Millionenbereich gehen.“

Schaden in zweistelliger Millionenhöhe

Am 25. November war ein Feuer im historischen Bereich des Rathauses ausgebrochen. Die Flammen schlugen bis zu 15 Meter hoch aus dem Dachstuhl des mehr als 600 Jahre alten Gebäudes. Vor allem der historische Rathaussaal wurde ein Opfer der Flammen. Verletzte gab es nicht. Die Schadenshöhe wird auf eine zweistellige Millionenhöhe geschätzt. Nach Angaben der Stadt ist noch nicht abschließend geklärt, in welchem Umfang sich die Versicherung an der Regulierung des Schadens beteiligen wird.

Seehofer: „Es blutet einem das Herz.“

Seehofer zeigte sich nach dem Rundgang schockiert über das Ausmaß der Schäden. „Es blutet einem das Herz. Es ist halt ein ganz besonderes Rathaus.“ Gleichzeitig sei es beachtlich, wie zuversichtlich der Oberbürgermeister und die Bevölkerung in die Zukunft blickten. Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr (CSU) hatte bereits wenige Tage nach dem Brand gesagt, er wolle das Rathaus wieder aufbauen lassen.

Brandursache weiter ungeklärt

Die Ursache des Großbrandes ist nach wie vor ungeklärt. „Der anfängliche Verdacht, Bauarbeiter hätten das Feuer ausgelöst, hat sich weder erhärtet noch wurde er entkräftet“, erläuterte Pannermayr. Die Ermittler hatten bislang nur eine Brandstiftung ausgeschlossen.

Nach Angaben der Stadt hatten die Bürger im Jahr 1382 das gotische Handelshaus erworben und es zum Rathaus umgebaut. Im 19. Jahrhundert wurde in dem dreigeschossigen Gebäude der gotische Giebel abgebrochen und eine neogotische Fassade errichtet.

dpa/lby

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Hofleuchten aus dem Allgäu: Die Lampenschmiede
Görisried - Eine Allgäuer Familie baut in ihrer Schmiede alte Hoflampen nach, wie sie früher auf fast jedem Hof leuchteten. Die anstrengende, aber ehrliche Arbeit hat …
Hofleuchten aus dem Allgäu: Die Lampenschmiede
Bauanträge in Bayern brechen ein: Flaute bei der Windkraft
Seitdem die Kommunen die Planungshoheit bei der Windkraft haben, werden in Bayern deutlich weniger Anlagen gebaut. Manches deutet darauf hin, dass es bald so gut wie …
Bauanträge in Bayern brechen ein: Flaute bei der Windkraft
Zahl der kirchlichen Eheprozesse deutlich gestiegen
München - Kritiker sprechen von einer „katholischen Form der Scheidung“: Wenn eine Ehe scheitert, kann ein kirchliches Gericht überprüfen, ob sie überhaupt gültig …
Zahl der kirchlichen Eheprozesse deutlich gestiegen
Ein Nicht-Schachspieler mit dem richtigen Bauchgefühl
Eine Kleinanzeige, oft sind das nur zwei knappe Zeilen. Doch hinter ihnen verbirgt sich manch spannende Geschichte. Zum Beispiel die eines handgeschnitzten Schachspiels …
Ein Nicht-Schachspieler mit dem richtigen Bauchgefühl

Kommentare