GDL-Ausstand

So verlief Tag eins des großen Streiks

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München/Fürstenfeldbruck –Man gewöhnt sich an alles: Der Streik der Lokführer scheint für die Fahrgäste zumindest im Nahverkehr kalkulierbar. Am Donnerstag fuhren sogar mehr S-Bahnen als versprochen. Die Frage ist: Wird das auch in den kommenden Tagen so sein?

Alle Infos vom Donnerstag finden Sie in unserem Streik-Ticker!

Der Morgen fängt ja gut an: B 2 Fürstenfeldbruck/Puchheim sieben Kilometer zäh, B 471 Fürstenfeldbruck/Autobahnauffahrt 14 Kilometer zäh. 13 Kilometer Stau auf der A 96 Weßling-Germering – und dahinter ist es dann ja eh verstopft. Also rein in die S-Bahn. Die S4 kommt auf die Minute pünktlich – erste Überraschung. Zweite Überraschung: Sie ist gar nicht so überfüllt. Na ja, ab Eichenau muss man stehen. Dann quetscht sich sogar noch eine Schülergruppe rein. Aber niemand murrt. Und der Lokführerstreik ist nicht mal Topthema unter den Fahrgästen.

Es läuft besser als erwartet. „Es gibt auf vielen Strecken ein brauchbares Angebot“, resümiert Norbert Moy vom Fahrgastverband Pro Bahn. Auch Moy selbst, ein Weilheimer, fuhr gestern mit dem Zug zur Arbeit nach München. Die Werdenfelsbahn kam pünktlich im Stunden-Takt – „das hat geklappt“. Im Schnitt fuhr in Bayern wohl knapp die Hälfte der Regionalzüge. Allerdings war es manchmal umständlich, sie zu erreichen. Beispiel Kochelseebahn. Gestern gab es keine Direktverbindung München-Kochel. Wer aus Kochel kam (und abends zurück wollte), musste in Tutzing umsteigen – eine halbe Stunde Wartezeit inklusive.

Die S-Bahn fuhr gestern nicht nur jede Stunde, wie im Ersatzfahrplan angegeben, sondern teilweise sogar im 20-Minuten-Rhythmus. Auf der Stammstrecke Pasing-Ostbahnhof kam im Schnitt alle fünf Minuten ein Zug. Begründung: Es hatten sich mehr Lokführer zum Dienst gemeldet als erwartet (siehe Bericht unten). Auch heute und am Wochenende würden zusätzliche Züge rollen, vespricht Bahnsprecher Bernd Honerkamp. „Es wird sicherlich mehr sein – und zwar auf allen Linien.“ Allerdings werde die Bahn nicht den Ersatzfahrplan ergänzen, vielmehr die Zusatzfahrten ad hoc über den Streckenagenten im Internet bekannt geben. Auch in der Liveauskunft www.bahn.de kann der Fahrgast bis maximal zwölf Stunden im voraus Ergänzungen des Ersatzfahrplans erkennen.

Mehr Ausfälle gab es dem Augenschein nach im Fernverkehr. Am Münchner Hauptbahnhof herrschte teils gähnende Leere. Bundesweit fuhr nur jeder dritte Zug. ICE-Züge nach Berlin oder Hamburg wurden ohne Ausnahme gestrichen.  

Dirk Walter

Rubriklistenbild: © dpa

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