Verdi ruft zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf

Lehrer und Krankenpfleger legen Arbeit nieder

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München – Die Gewerkschaft Verdi hat für Freitag die nächsten Warnstreiks im öffentlichen Dienst angekündigt.

Aufgerufen sind unter anderem angestellte Lehrer sowie Beschäftigte aus Hochschulen, Gerichten, Theatern und Kliniken. Auch Mitarbeiter von Autobahn- und Straßenmeistereien wollen wieder auf die Straße gehen.

Hintergrund sind Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), die aus Verdi-Sicht bislang enttäuschend verlaufen sind. Die Gewerkschaft fordert eine Gehaltserhöhung um 5,5 Prozent, mindestens aber 175 Euro mehr. Laut Norbert Flach, dem stellvertretenden Landesbezirksleiter von Verdi Bayern, fordert die TdL im Gegenzug Abstriche bei der Altersvorsorge. „Und das geht gar nicht.“

Für morgen sind Veranstaltungen in Ingolstadt, Augsburg, Erlangen, Regensburg und Würzburg angekündigt. Auch in München ist am Vormittag (10 Uhr) eine Kundgebung geplant – passenderweise vor dem Finanzministerium am Odeonsplatz. Vor allem an Bayerns Schulen könnten die Auswirkungen der Streiks zu spüren sein. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die rund 18 000 angestellten Lehrer in Bayern aufgerufen, sich an den Warnstreiks zu beteiligen. Schulangestellte aus München und Fürstenfeldbruck haben ihre Teilnahme schon zugesagt. Um welche Schulen es sich genau handelt und ob Unterrichtsausfälle zu befürchten sind, wollte die GEW noch nicht sagen. Eltern, heißt es, würden aber informiert.

Die Streikbereitschaft unter den Lehrern scheint groß zu sein. Ein GEW-Sprecher sagte, in den vergangenen Tagen seien ungewöhnlich viele Anrufe eingegangen, die Angestellten seien vor allem wegen der geforderten Abstriche bei der Altersversorgung aufgebracht. „Da ist eine Dynamik da, die es bislang so nicht gab“, sagte der GEW-Sprecher unserer Zeitung.

Auch Teile des Pflegepersonals im Klinikum rechts der Isar und im Klinikum der Universität sind streikwillig. Heinrich Birner von Verdi hält auch Auswirkungen für Patienten für möglich. „Die eine oder andere OP könnte einen Tag verschoben werden“, sagte er. Medizinisch notwendige Leistungen wie Not-Operationen seien aber nicht in Gefahr.

Verdi verspricht sich von den Streiks ein deutliches Signal für den nächsten Verhandlungstermin mit der TdL. Er ist für kommenden Montag angesetzt.

Marcus Mäckler

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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