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Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller ist in Bayern mit seinem konservativen Kurs auf Widerstand gestoßen.

Kurienkardinal Müller stößt auf Widerstand

Streit um kirchliche Reformen in Bayern

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München - Der Präfekt der Glaubenskongregation, der deutsche Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller, ist in Bayern mit seinem Bemühen, die Diskussionen über Reformen in der Ehe- und Familienlehre zu stoppen, auf Widerstand gestoßen.

In einem Gespräch mit unserer Zeitung betont der Münchner Dogmatikprofessor Bertram Stubenrauch, dass Dogmen nicht als ausgefeilte Glaubenssätze vom Himmel gefallen seien. "Sie sind das Produkt kirchlicher Diskussionen, in denen sich die Lebens- und Denkweisen der jeweiligen Zeit spiegeln." Wer den Glaubenssinn der Getauften "auf bloßen passiven Gehorsam gegenüber amtlichen Verlautbarungen reduziert, missachtet die geistliche Kompetenz des Gottesvolkes".

Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, unterstreicht die Bedeutung einer notwendigen Auseinandersetzung. "Die Kirche braucht dieses Ringen um den richtigen Weg." Der frühere CSU-Politiker fordert aber alle Beteiligten auf, respektvoll aufeinander zu hören. Es dürfe keine wechselseitigen Unterstellungen geben: "Sonst läuft das auf eine Polarisierung in der Kirche hinaus. Es wäre schlimm, wenn es auf der Synode zu einem Machtkampf käme."

Papst Franziskus hat bereits im vergangenen Jahr eine Synode einberufen, um über Ehe, Familie und Sexualmoral zu diskutieren. Im kommenden Herbst findet die zweite Versammlung statt, nach der Entscheidungen unter anderem auch über den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen fallen sollen. Kurienkardinal Müller ist strikt gegen eine Wiederzulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zu den Sakramenten.

Claudia Möllers

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