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Klaus-Dieter Josel ,  Bahnchef, ist Befürworter der Startbahn.

Streit um dritte Startbahn

Der plötzliche Sinneswandel des Bahnchefs

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München - Seit November ist Bahnchef Klaus-Dieter Josel ein Befürworter der 3. Startbahn – dabei war er noch im Oktober „neutral“. Startbahn-Gegner sind entsetzt.

Das Entsetzen bei den Gegnern der Startbahn war groß, als Ende November bekannt wurde, dass nun auch die Deutsche Bahn offiziell das umstrittene Projekt unterstützt. Der Konzernbevollmächtigte der DB für den Freistaat Bayern, Klaus-Dieter Josel, ließ sich auf der Flughafen-Homepage mit den Worten zitieren, die DB unterstütze „den Ausbau des Flughafens München“. Er sei „überzeugt, dass die dritte Start- und Landebahn langfristiges Wachstum für ein starkes Bayern und seine Herzregion München bedeutet. Leistungsfähige Infrastrukturen für Schiene, Straße und Luftverkehr sind die Herzschlagadern dieser Region.“ Das war am 24. November (wir berichteten).

Auch der Freisinger Christian Franck hat die Zeilen damals gelesen – und sich ziemlich geärgert. Franck ist Startbahn-Gegner, er unterstützt das Aktionsbündnis „Aufgemuckt“. Anfang Oktober fasste er sich ein Herz und schrieb einen Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube. Im „Kampf gegen unselige dritte Startbahn“, schrieb Franck, sei doch die Deutsche Bahn ein „natürlicher Partner“. Ob denn ein Vertreter der DB für Gespräche offen sei, wollte Franck wissen.

Die Antwort kam binnen einer Woche – das Büro Grubes hatte den Brief nach Bayern weitergereicht. Bahnchef Klaus-Dieter Josel selbst antwortete am 10. Oktober mit einem zwölfzeiligen Schreiben. Erst ein höflicher Dank, dann der Kernsatz: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass sich die Deutsche Bahn AG in der Diskussion um die 3. Start- und Landebahn am Flughafen München neutral verhält.“

Die Deutsche Bahn in München bestätigt das Schreiben – und auch den nunmehrigen Sinneswandel. „Ja, wir haben unsere Haltung verändert“, ließ Josel einen Sprecher des Konzerns unserer Zeitung mitteilen. Grund sei, dass „wir erkennen, dass der Luftverkehr weiterhin deutlich zunehmen wird. Deswegen sind wir mit anderen Mobilitäts-Unternehmen (gemeint sind Autofirmen) nun zu Unterstützern der dritten Startbahn geworden“. Die Vernetzung des Schienen- und des Luftverkehrs spiele „eine wichtige Rolle“.

Franck ist über das Plädoyer des Bahnchefs enttäuscht. „Ich hätte von der Bahn schon erwartet, dass man uns zumindest Gelegenheit gibt, unsere Position vorzustellen.“

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